Samstag, 14. Dezember 2019

Gründer macht Kasse SAP-Chefaufseher Hasso Plattner verkauft Aktien für 100 Millionen Euro

Aktienverkauf: SAP-Mitgründer Hasso Plattner verkauft Aktien für 100 Millionen Euro, hält aber immer noch Anteile im Wert von mehr als 9 Milliarden
Ralph Orlowski / REUTERS
Aktienverkauf: SAP-Mitgründer Hasso Plattner verkauft Aktien für 100 Millionen Euro, hält aber immer noch Anteile im Wert von mehr als 9 Milliarden

SAP-Aufsichtsratschef Hasso Plattner hat Aktien des Unternehmens im Wert von rund 100 Millionen Euro verkauft. Das teilte ein Sprecher des derzeit wertvollsten deutschen Dax -Konzerns am Mittwoch auf Anfrage mit. Der Verkauf der Papiere über mehrere Einzeltransaktionen erfolgte bereits in der Vorwoche, wurde aber erst jetzt bekannt. Zu Gründen des Verkaufs äußerte sich der Sprecher nicht.

Für Plattner macht der Verkauf nur einen kleinen Bruchteil seiner SAP-Anteile aus. Der 75 Jahre alte SAP-Mitbegründer Plattner hält nach Unternehmensangaben insgesamt etwa 77 Millionen SAP-Aktien im Gesamtwert von rund 9,5 Milliarden Euro. Für Plattner ist der Verkauf zwar ein Cash-Event, aber in seiner Größenordnung kein besonders aufregendes Ereignis.

SAP hatte erst vor zwei Wochen bekannt gegeben, künftig mehr Geld an seine Aktionäre auszuschütten. Über Aktienrückkäufe oder Sonderdividenden will SAP bis Ende des kommenden Jahres 1,5 Milliarden Euro zusätzlich an die Anteilseigner zurückgeben, wie das Dax -Schwergewicht am späten Montagabend in Walldorf mitteilte. Das Programm ergänze die bestehende Dividendenpolitik, mindestens 40 Prozent des Konzerngewinns in Form der regulären Dividende auszuschütten, hieß es. SAP hatte eine höhere Ausschüttung bereits in Aussicht gestellt, aber Details zu dem Programm offengelassen.

Das Vorhaben ist Teil des noch von Ex-Chef Bill McDermott im April angekündigten Plans, SAP in den kommenden Jahren unter anderem über Margensteigerungen attraktiver für Aktionäre zu machen. Für 2018 hatte SAP 1,50 Euro je Aktie an Dividende gezahlt und damit rund 1,8 Milliarden Euro ausgeschüttet. In den ersten neun Monaten 2019 hat SAP unter dem Strich mit 1,73 Milliarden Euro 28 Prozent weniger Gewinn gemacht als ein Jahr zuvor. Grund waren vor allem Kosten für den Personalumbau.

Die beiden neuen SAP-Chefs Jennifer Morgan und Christian Klein hatten außerdem darüber informiert, wie sie die von McDermott angekündigte Steigerung der operativen Marge um 5 Prozentpunkte in den kommenden 5 Jahren hinkriegen wollen. Im Zuge der Ankündigung vor einem guten halben Jahr hatte zudem der aktivistische Investor Paul Singer mit seinem Hedgefonds Elliott bekanntgegeben, sich für 1,2 Milliarden Euro an SAP beteiligt zu haben.

la/dpa

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