Samstag, 19. Oktober 2019

Während S&K-Chefs über Deal verhandeln Insolvenzverwalter verklagt 1400 S&K-Opfer auf Millionensumme

Haben Geld offenbar zum Fressen gern: Während die Gründer von S&K vor Gericht stehen und über einen möglichen Deal verhandeln, verklagt der Insolvenzverwalter zweier S&K-Fonds 1400 der Investoren.

Achim Ahrendt macht Ernst. Wie der Insolvenzverwalter zweier Fonds der Frankfurter Skandal-Immobiliengruppe S&K auf Anfrage von manager magazin online mitteilt, hat er bei Gericht Klagen gegen rund 1400 Anleger der beiden von ihm verwalteten S&K-Fonds eingereicht.

Der Grund: Ahrendt fordert Ausschüttungen, die die Investoren aus den inzwischen insolventen Fonds nach seiner Ansicht unrechtmäßig erhalten hatten, zurück. In Fällen, in denen sich Anleger weigern, das Geld wieder herauszurücken, landet die Sache nun vor Gericht.

Ganz überraschend kommt der Schritt des Insolvenzverwalters von der Hamburger Kanzlei Hermann Wienberg Wilhelm nicht. Schon im November vergangenen Jahres hatte manager magazin online berichtet, dass Ahrendt die Gesellschafter der von ihm verwalteten S&K-Fonds zur Rückzahlung aufgefordert hatte. In Schreiben an die Investoren machte der Jurist seinerzeit bereits klar, dass die Investoren allerdings nicht unbedingt endgültig auf das Geld verzichten sollten - sie könnten den zurückgezahlten Betrag vielmehr im gleichen Zuge als Forderung zur Insolvenztabelle anmelden, so Ahrendt.

Inzwischen ist jedoch klar: Ein großer Teil der betroffenen S&K-Opfer war nicht bereit, Ahrendts Zahlungsaufforderung nachzukommen. Wie der Insolvenzverwalter gegenüber manager magazin online mitteilt, hatte er ursprünglich von etwa 3700 Investoren, die zusammen rund 62 Millionen Euro in beide S&K-Fonds investiert hatten, etwa 15 Millionen Euro an Ausschüttungen zurückgefordert.

Eingegangen sind bei Ahrendt bislang jedoch lediglich zusammen gut vier Millionen Euro, und zwar mehr als 1,3 Millionen Euro im Fonds Deutsche S&K Sachwerte Nr. 2 und gut 2,7 Millionen Euro im Fonds S&K Real Estate Value Added.

Wie Ahrendt weiter ausführt, hat er darüber hinaus im ersten Fonds in 150 Fällen und im zweiten Fonds in knapp 100 Fällen - zum Teil aufgrund von "Härtefallgesichtspunkten" - Vergleiche geschlossen.

© manager magazin 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung