Mittwoch, 22. Mai 2019

Insolvenzverwalter fordert Millionen Klagewelle gegen S&K-Opfer - die ersten Urteile sind da

Bild aus besseren Zeiten: S&K-Gründer Jonas K. posiert mit Dame auf Kühlerhaube. Zuletzt wurde der inzwischen verurteilte K. schon wieder beim Feiern auf Ibiza gesichtet

3. Teil: Verurteilter S&K-Gründer feiert schon wieder auf Ibiza

Folge: Es blieben jene weit mehr als 1000 Streitigkeiten, die vor Gericht entschieden werden müssen. Laut Ahrendt gab es ursprünglich 683 Klagen mit einem Volumen von insgesamt 1,1 Millionen Euro, die er gegen Anleger des Fonds Deutsche S&K Sachwerte Nr. 2 eingereicht hat, und insgesamt 720 Klagen mit einem Volumen von zusammen 7,8 Millionen Euro im Fonds S&K Real Estate Value Added.

Für die betroffenen S&K-Anleger, die Ahrendt ins Visier genommen hat, geht damit das Leiden weiter. Begonnen hatte ihre Misere Anfang 2013, als das Firmenkonstrukt der S&K-Immobiliengruppe per bundesweiter Großrazzia zum Einsturz gebracht wurde. Zahlreiche Vermögenswerte und Konten wurden seinerzeit von Ermittlern sichergestellt, mehrere S&K-Verantwortliche kamen in Haft.

Es folgten: Die Pleiten zahlreicher S&K-Beteiligungsfonds, die wohl den Verlust des weitaus größten Teils der Investments bedeuten, sowie in Frankfurt der Strafprozess gegen die Verantwortlichen des verworrenen Geldanlagekonstrukts.

Dort saßen sechs Top-Leute aus der S&K-Gruppe sowie von Partnerfirmen vor Gericht. Der Vorwurf: Mit ihrem komplexen Firmen- und Beteiligungssystem sollen sie insgesamt rund 11.000 Geldanleger um mindestens 240 Millionen Euro gebracht haben, darunter auch jene 3700 Investoren aus den Fonds von Insolvenzverwalter Ahrendt.

Christoph Rottwilm auf Twitter

Im Dezember 2016 gab es bereits das erste Urteil in dem Mammutprozess: Der Hamburger Unternehmer Hauke B. wurde zu fünf Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Ende März dieses Jahres erhielten dann die Hauptangeklagten, die S&K-Gründer Stephan S. und Jonas K., ihre Strafen: 8,5 Jahre für jeden der beiden. Wegen der bereits lange andauernden Untersuchungshaft wurden jedoch beide Männer zunächst auf freien Fuß gesetzt, und zumindest Jonas K. scheint die Zeit in Freiheit in vollen Zügen zu genießen. Die "Bild am Sonntag" veröffentlichte vor wenigen Tagen Fotos, die K. beim Feiern mit Freunden an einem Pool auf Ibiza zeigen.

Insolvenzverwalter Ahrendt indes will die Entscheidung aus Northeim nicht ohne weiteres akzeptieren. Wie der Jurist zu manager magazin online sagte, wird er gegen das noch nicht rechtskräftige Urteil Berufung einlegen.

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