Montag, 27. Mai 2019

Insolvenzverwalter fordert Millionen Klagewelle gegen S&K-Opfer - die ersten Urteile sind da

Bild aus besseren Zeiten: S&K-Gründer Jonas K. posiert mit Dame auf Kühlerhaube. Zuletzt wurde der inzwischen verurteilte K. schon wieder beim Feiern auf Ibiza gesichtet

2. Teil: Der Insolvenzverwalter jagt noch immer 4,7 Millionen Euro hinterher

Ahrendt macht jedoch darauf aufmerksam, dass daneben bereits mehr als 300 Klagen erledigt wurden, indem mit den Investoren - häufig auf Anraten des Gerichts - Vergleiche geschlossen wurden. Die Vergleichsquote lag dabei "grundsätzlich bei rund 75 Prozent", so der Insolvenzverwalter. Nur in Ausnahmefällen seien aus wirtschaftlichen Gründen niedrigere Quoten vereinbart worden.

Laut Ahrendt sind derzeit noch rund 450 Verfahren in dem Komplex anhängig. davon handelt es sich in fünf Fällen um Musterklagen, denen sich insgesamt 634 Anleger angeschlossen haben. In den Klagen gehe es noch um insgesamt etwa 4,7 Millionen Euro, teilt Ahrendt mit. 4,8 Millionen Euro konnte der Insolvenzverwalter dagegen bereits "für die Gläubigergemeinschaft realisieren", wie er mitteilt.

Hintergrund: Achim Ahrendt von der Hamburger Kanzlei Hermann Wienberg Wilhelm ist nicht nur Insolvenzverwalter des Fonds Deutsche S&K Sachwerte 2, um den es in der Northeimer Entscheidung geht, sondern auch des Fonds S&K Real Estate Value Added. Weil er der Ansicht ist, dass die Anleger beider Fonds unrechtmäßig Ausschüttungen kassiert haben, hat er schon im Herbst vergangenen Jahres begonnen, diese in beiden Fällen zurückzufordern.

Dabei machte Ahrendt allerdings von Beginn an klar, dass die Investoren nicht unbedingt endgültig auf das Geld verzichten sollten - sie könnten den zurückgezahlten Betrag vielmehr im gleichen Zuge als Forderung zur Insolvenztabelle anmelden, so Ahrendt.

Ein großer Teil der betroffenen S&K-Opfer war jedoch nicht bereit, Ahrendts Zahlungsaufforderung nachzukommen. Wie der Insolvenzverwalter gegenüber manager magazin online mitteilte, hatte er ursprünglich von etwa 3700 Investoren, die zusammen rund 62 Millionen Euro in beide S&K-Fonds investiert hatten, etwa 15 Millionen Euro an Ausschüttungen zurückgefordert.

Bevor Ahrendt begann, den Klageweg zu beschreiten, waren bei ihm jedoch lediglich zusammen gut vier Millionen Euro an Rückzahlungen eingegangen, und zwar mehr als 1,3 Millionen Euro im Fonds Deutsche S&K Sachwerte Nr. 2 und gut 2,7 Millionen Euro im Fonds S&K Real Estate Value Added. Darüber hinaus hatte der Insolvenzverwalter zu jenem Zeitpunkt bereits im ersten Fonds in 150 Fällen und im zweiten Fonds in knapp 100 Fällen - zum Teil aufgrund von "Härtefallgesichtspunkten" - Vergleiche geschlossen.

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