Schwerverletzt ins Krankenhaus Mutmaßlicher S&K-Betrüger springt aus Gerichtsfenster

Dramatischer Vorfall am Frankfurter Landgericht: Stephan Schäfer, einer der beiden Chefs der Immobiliengruppe S&K, ist heute Vormittag aus einem Fenster im ersten Stock des Gerichtsgebäudes gesprungen. Kritik an den Verantwortlichen bei Gericht wird bereits laut.
Frankfurter Landgericht: Beim Sprung aus dem offenen Fenster verletzte sich Stephan Schäfer schwer

Frankfurter Landgericht: Beim Sprung aus dem offenen Fenster verletzte sich Stephan Schäfer schwer

Foto: Mylius / Wikipedia

Frankfurt am Main - Szenen, wie sie sich heute Vormittag gegen 11 Uhr im Frankfurter Landgericht abgespielt haben, gibt es sonst eigentlich nur im Film: Während einer Verhandlung in einem Zivilprozess im Zusammenhang mit dem mutmaßlichen Millionenbetrug der Frankfurter Immobiliengruppe S&K springt einer der beiden S&K-Chefs aus dem offenen Fenster des Gerichtssaals. Das bestätigten ein Sprecher des Gerichts sowie eine Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft gegenüber manager magazin online.

Nach Informationen von manager magazin online handelt es sich bei dem Fensterspringer um Stephan Schäfer. Der Mann sei aus dem ersten Stockwerk, also etwa aus fünf Metern Höhe gesprungen, sagte der Gerichtssprecher. Dabei waren ihm die Hände vor dem Bauch gefesselt.

Unten angekommen, blieb er offensichtlich schwerverletzt liegen, bis kurz darauf ein Krankenwagen und die Polizei kamen. Schäfer wurde ins Krankenhaus gebracht. Über seinen Gesundheitszustand liegen keine Informationen vor.

Fotostrecke

Autos, Uhren, Gold: Was an Vermögen bei S&K sichergestellt wurde

Foto: SPIEGEL TV

Ob es sich um einen Flucht- oder Suizidversuch handelte, ist offen. Beobachtern zufolge wirft es so oder so kein gutes Licht auf die Verantwortlichen.

"Das ist blamabel für die Justiz", sagt beispielsweise Marc Gericke, Anlegeranwalt von der Kanzlei Göddecke in Siegburg und Vertreter zahlreicher S&K-Opfer. "Jemanden mit der Straferwartung, wie sie Schäfer im vorliegenden Fall hat, nur in Handschellen und in einen Saal mit offenem Fenster zu führen, ist ohne weitere Sicherungsmaßnahmen in jedem Fall problematisch."

Zum Hintergrund: Stephan Schäfer ist neben Jonas Köller einer der beiden Köpfe der Frankfurter Immobiliengruppe S&K. Zusammen mit Partnergesellschaften im gesamten Bundesgebiet sollen sie ein umfangreiches Betrugssystem, ein sogenanntes Schneeballsystem betrieben und tausende Geldanleger um einen insgesamt dreistelligen Millionenbetrag gebracht haben. Die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft lauten auf gewerbsmäßigen Betrug und Untreue. Die Beschuldigten waren von manager magazin online bislang für keine Stellungnahme zu den Vorwürfen zu erreichen.

Fotostrecke: Was bei den S&K-Leuten alles sichergestellt wurde