Aktie unter Druck Warum die Groko ein Risiko für RWE ist

RWE-Braunkohlekraftwerk Niederaußem: Zeit für Kohlestrom läuft ab

RWE-Braunkohlekraftwerk Niederaußem: Zeit für Kohlestrom läuft ab

Foto: DPA

Ein stärkerer Fokus einer möglichen Großen Koalition auf die deutschen Klimaziele würde den Energiekonzern RWE  belasten. Zu diesem Schluss kommt Analyst Ahmed Farman vom Investmenthaus Jefferies in einer Studie. "Um die Ziele zur Emissionsreduzierung bis 2030 zu erreichen, braucht es vermutlich einen schrittweisen Ausstieg aus der Kohleverstromung", heißt es darin. Zudem sieht der Experte Gewinnrisiken bei der Tochter Innogy .

Die RWE-Papiere fielen am Dienstag um 1,64 Prozent und gehörten zu den schwächsten Werten im Dax. Für Innogy ging es um 1,36 Prozent auf 31,17 Euro nach unten.

Abschaltung von Kohlestrom-Kraftwerken

Zwischen 2020 und 2030 rechnet Farman in Deutschland mit einer Abschaltung von Kohlestrom-Erzeugungskapazitäten von insgesamt 17 Gigawatt. Für RWE würde daraus eine Stilllegung der Hälfte der Braunkohle-Kapazitäten abzüglich der Bereithaltungsreserve von 4,4 Gigawatt Leistung und 30 Prozent der deutschen Steinkohlekraftwerke (1,7 Gigawatt) bedeuten.

Für 2020 bis 2025 würde sich daraus ein Rückgang des operative Gewinns (Ebitda) von RWE allein um ein Viertel ergeben.

Innogy kein verlässlicher Gewinnbringer

Gleichzeitig stehe der Gewinnbeitrag der Abspaltung Innogy auf tönernen Füßen, da deren Ergebnisperspektiven trübe seien und der Druck auf die Bilanz zunehme. Unter dem neuen Chef könnte Innogy daher die Dividendenpolitik überprüfen, um eine Verschlechterung der Bonitätskennziffern zu begrenzen. Angesichts des derzeit großen Beitrags der Innogy-Dividende zum RWE-Gewinn, würde eine Senkung der Ausschüttung durch die Tochter auch die Dividendenkapazität von RWE beschneiden.

Entsprechend der Einstufung "Hold" erwarten die Analysten von Jefferies, dass die Aktie auf Zwölfmonatssicht eine Gesamtrendite (Kursgewinn + Dividende) von bis zu 15 Prozent, aber auch einen Kursverlust (abzüglich Dividende) von bis zu 10 Prozent erreichen kann

la/dpa
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