Rente, Pflege, Krankenkasse Staat kassiert Gutverdiener 2017 verstärkt ab

Die sogenannte Beitragsbemessungsgrenze steigt - wieder einmal. Damit werden Gutverdiener und mittlere Einkommen im kommenden Jahr bei Rente, Pflege und Krankenversicherung deutlich stärker belastet.
Nicht mehr sondern weniger Netto vom Brutto: Das dürfte die Realität vieler mittlerer und höherer Einkommensbezieher im Jahr 2017 sein

Nicht mehr sondern weniger Netto vom Brutto: Das dürfte die Realität vieler mittlerer und höherer Einkommensbezieher im Jahr 2017 sein

Foto: Frank_Kleefeldt/ picture-alliance / dpa

Bezieher mittlerer und höherer Einkommen müssen sich auf steigende Sozialabgaben im kommenden Jahr einstellen. Das Bundeskabinett billigte am Mittwoch die Rechengrößen in der Sozialversicherung für 2017. Damit steigt die Beitragsbemessungsgrenze für die Renten- und Arbeitslosenversicherung im Westen von 6200 auf 6350 Euro Brutto-Monatseinkommen, im Osten von 5400 auf 5700 Euro.

Sozialbeiträge werden nur auf Einkommen bis zur Höhe der Beitragsbemessungsgrenze erhoben, darüber liegende Einkünfte sind also beitragsfrei. Bei der Kranken- und Pflegeversicherung soll es einen Anstieg der Beitragsbemessungsgrenze von derzeit 4237,50 auf 4350 Euro Monatseinkommen geben. Hier gilt für ganz Deutschland ein einheitlicher Wert.

Die Versicherungspflichtgrenze für die Krankenversicherung steigt demnach von 4687,50 auf 4800 Euro. Wer mehr verdient, kann sich statt in einer gesetzlichen Kasse auch privat versichern. Die Verordnung bedarf noch der Zustimmung des Bundesrats.

Zugrunde gelegt wurde in der Verordnung für Deutschland insgesamt ein Einkommensanstieg im Jahr 2015 um 2,65 Prozent, für den Westen von 2,46 Prozent und für Ostdeutschland von 3,91 Prozent. Für alle, deren Einkommen unter den jeweiligen Grenzwerten liegt, ändert sich durch die Anhebung der Beitragsbemessungsgrenzen nichts.

Umgekehrt will die Bundesregierung die Bürger steuerlich auch entlasten. Ob bei einer monatlichen Ersparnis von 2 bis maximal 32 Euro aber überhaupt von Entlastung sprechen sollte, bleibt dahingestellt.

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rei/AFP