Sonntag, 26. Mai 2019

Renaissance, Two Sigma und Co erfolgreich Diese Hedgefonds zogen der Konkurrenz 2018 davon

Schwierige Lage an der Börse: Hedgefonds schnitten 2018 im Schnitt schlecht ab - doch einige prominente Player konnten sich dem negativen Trend entziehen.

Zu Beginn dieser Woche sorgte die US-Investmentgesellschaft Bridgewater Associates für Schlagzeilen: Dem Unternehmen des amerikanischen Multimilliardärs Ray Dalio gelang 2018 mit seinem Flaggschiff-Fonds Pure Alpha eine ausgesprochen starke Performance. US-Medien zufolge legte der Pure-Alpha-Fonds von Bridgewater im vergangenen Jahr unterm Strich um 14,6 Prozent zu - in einem Umfeld, in dem so gut wie alle wichtigen Assetklassen Verluste einfuhren.

Nun wird bekannt: Mit dieser Outperformance - die Hedgefonds-Branche insgesamt landete 2018 laut HFRX Index im Schnitt mit 6,7 Prozent im Minus - steht Bridgewater keineswegs alleine da. Vielmehr gibt es offenbar ein Reihe weiterer Gesellschaften, die in den schwierigen Märkten des vergangenen Jahres ebenfalls ein dickes Plus erreichten.

Wie die "Financial Times" berichtet, handelt es sich dabei vor allem um solche Hedgefonds, die auf computergesteuerten Investmentansätzen beruhen, sogenannte Quant-Fonds also.

Hier die wichtigsten Namen:

  • Bridgewater Associates, mit einem verwalteten Vermögen von 160 Milliarden Dollar eine der größten Hedgefonds-Gesellschaften überhaupt, gelang beim Pure-Alpha-Portfolio mit dem Plus von 14,6 Prozent die beste Performance seit fünf Jahren.
  • Der Composite Fonds von DE Shaw kam auf ein Plus von 11,2 Prozent. Allein im Dezember erreichte der Fonds laut Reuters ein Plus von 3,5 Prozent, während beispielsweise der US-Aktienindex S&P 500 um etwa 9 Prozent einbrach. DE Shaw verwaltet laut Reuters insgesamt etwa 50 Milliarden Dollar.
  • Die New Yorker Firma Two Sigma, eigenen Angaben zufolge spezialisiert auf die Verarbeitung riesiger Datenmengen, um damit "intelligente Handelsmodelle" zu entwickeln, schloss das Jahr ebenfalls erfolgreich ab. Der Absolute-Return-Fonds des Hauses brachte es auf eine Performance von 11 Prozent, so die "FT". Beim Global-Macro-Fonds waren es am Ende sogar 14 Prozent.
  • Auch Renaissance Technologies listet die "FT" unter den Gewinnern des Jahres 2018 auf. Das Unternehmen des Multimilliardärs Jim Simons war in der Vergangenheit wegen der politischen Aktivitäten von Robert Mercer in die Schlagzeilen geraten. Mercer, bis November 2017 Co-Chef von Renaissance, hatte US-Präsident Donald Trump sowie verschiedene konservative Organisationen und Einrichtungen wie beispielsweise die News-Plattform Breitbart unterstützt und war dafür kritisiert worden.
    Den Fonds des Hauses hat das offenbar nicht geschadet: Laut "FT" brachte es der Institutional Equities Fund von Renaissance 2018 auf ein Plus von 8,5 Prozent. Beim Institutional Diversified Alpha Fonds waren es 3,2 Prozent und beim Institutional Diversified Global Equity 10,3 Prozent.
  • Auch die Investmentgesellschaft Citadel des Milliardärs Ken Griffin, die einen Multi-Strategy-Ansatz verfolgt, schnitt 2018 gut ab. Der Flaggschiff-Fonds des Hauses erzielte laut "FT" eine Performance von 9 Prozent. Andere Produkte landeten bei 6 bis 9 Prozent, so die Zeitung.

Das krisenfeste Depot: So funktioniert die Anlagestrategie von Ray Dalio


Bleibt die Frage, ob die Hedgefonds ihre Erfolge im laufenden Jahr wiederholen können. Die Gesamtlage an den Finanzmärkten dürfte vorläufig unruhig bleiben, denn die Aussichten für die Konjunktur erscheinen in den USA und anderswo recht unsicher. Viele Blicke richten sich dabei auf die US-Notenbank Fed, deren Chef Jerome Powell zuletzt Zurückhaltung in Bezug auf weitere Zinserhöhungen signalisiert hat.

Die Aussagen Powells seien ermutigend, sagte dazu Andrew Sheets, Chef-Anlagestratege bei Morgan Stanley. Es bleibe aber nach wie vor viel Ungewissheit bei der Frage, inwieweit die Fed ihren bisherigen Kurs tatsächlich ändern werde.

© manager magazin 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung