Freitag, 18. Oktober 2019

Reichtum in Deutschland auf Rekordniveau Private Geldvermögen steigen rasant

Hamburg, Bayern und Co.: So viele Milliardäre leben in Ihrem Bundesland
DPA

Die Geldvermögen der Menschen in Deutschland haben zu Jahresbeginn ein neues Rekordniveau erreicht. "Im ersten Quartal 2015 hat das Geldvermögen der privaten Haushalte gegenüber dem Vorquartal außergewöhnlich kräftig um knapp 140 Milliarden Euro oder 2,8 Prozent zugenommen und ist damit auf 5212 Milliarden Euro gestiegen", teilte die Deutsche Bundesbank mit.

Die Vermögen in Form von Bargeld, Wertpapieren, Bankeinlagen oder Ansprüchen gegenüber Versicherungen stieg um knapp 53 Milliarden Euro. Der Bundesbank zufolge liege es am "robusten Arbeitsmarkt" und an steigenden Einkommen, dass viele Menschen wieder mehr Geld sparen können. Zudem seien bei Investmentfondsanteilen und Aktien in privaten Haushalten im Vergleich zum Vorquartal höhere Bewertungsgewinne von gut 87 Milliarden Euro angefallen.

In der Statistik zu Geldvermögen sind weder Immobilien noch Kunstwerke enthalten. Auch wie das Vermögen verteilt ist, geht aus der Studie nicht hervor. Aus anderen Veröffentlichungen ist allerdings bekannt, dass Besitz in Deutschland höchst ungleich verteilt ist.

Dem Bundesbankbericht zufolge legten die privaten Haushalte ihr Geld trotz niedriger Zinsen weiter bevorzugt auf die Bank. Eine noch größere Bedeutung für die Geldvermögensbildung der privaten Haushalte hatten zum Jahresauftakt die Ansprüche gegenüber Versicherungen und Pensionseinrichtungen, die netto um rund 26,5 Milliarden Euro aufgestockt wurden - die Angst vor einem Verlust ist weiterhin hoch, heißt es in dem Bericht.

Dafür spreche auch die anhaltende Zurückhaltung der privaten Haushalte auf den Kapitalmärkten. Zwar wurden Anteile an Investmentfonds inklusive Misch- und Rentenfonds gekauft. Aktien dagegen wurden "trotz eines insgesamt positiven Börsenumfelds" in einem Maße verkauft wie zuletzt nur zu Beginn der Wirtschafts- und Finanzkrise Ende 2008.

Überraschend ist den Bundesbank-Experten zufolge, dass die Verbraucher das niedrige Zinsniveau kaum für Kredite nutzten: Zwar nahmen sie netto Kredite im Wert von gut vier Milliarden Euro auf, insbesondere Wohnungsbau-Darlehen. Doch die Verbindlichkeiten der privaten Haushalte insgesamt stiegen damit nur leicht um 0,2 Prozent auf 1588 Milliarden Euro.

ts/nck/dpa

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