Libor-Manipulation Rabobank offenbar vor Milliardenstrafe

Im Zusammenhang mit der Manipulation des Libor-Zinses wird als nächstes offenbar die Rabobank zur Kasse gebeten. Berichten zufolge steht dem niederländischen Institut eine Milliardenstrafe ins Haus. Nur eine Bank musste in dem Fall bislang mehr berappen.
Rabobank in Indonesien: Das Institut steht vor einer hohen Vergleichszahlung

Rabobank in Indonesien: Das Institut steht vor einer hohen Vergleichszahlung

Foto: REUTERS

Amsterdam - Die niederländische Rabobank muss für einen Libor-Vergleich mit britischen und amerikanischen Behörden Kreisen zufolge eine Milliarde US-Dollar auf den Tisch legen. Eine Einigung stehe kurz bevor und könnte bereits in der kommenden Woche veröffentlicht werden, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Kreise. Zuvor hatte auch die "Financial Times" über die Einigung berichtet.

Es wäre die bisher zweithöchste Strafzahlung im Zusammenhang mit der Manipulation des Referenzzinssatzes Libor. Ende September war noch darüber spekuliert worden, dass die Niederländer wohl weniger als die Royal Bank of Scotland (RBS)  zahlen müssen. Diese hatte umgerechnet etwas mehr als 600 Millionen Dollar hingeblättert, damit die Ermittlungen eingestellt werden.

Die bisherige Rekordstrafe im Zusammenhang mit dem Libor-Skandal bekam die Schweizer Großbank UBS  mit 1,5 Milliarden Dollar aufgebrummt. Offen ist nach wie vor, wie viel die Deutsche Bank  bezahlen muss. Das "Handelsblatt" hatte am Montag berichtet, dass sie die interne Untersuchung ausweitet. Die deutsche Finanzaufsicht hat laut Finanzkreisen nach einer Sonderprüfung zwar kein bewusstes Fehlverhalten im Topmanagement entdeckt. Die Bafin rügte aber zu lasche interne Kontrollen.

Im vergangenen Jahr war herausgekommen, dass Mitarbeiter mehrerer Großbanken den Satz für die Referenzzinsen jahrelang mit falschen Angaben verschoben hatten, um höhere Gewinne einzustreichen. Als erste Bank weltweit war die britische Barclays  zu einer Zahlung von rund 450 Millionen Dollar verdonnert worden.

Der täglich in London festgestellte Liborsatz gibt an, zu welchen Konditionen sich Banken untereinander Geld leihen. Er wird aus den wenig kontrollierten Eingaben von einigen Kreditinstituten gebildet. Schon winzige Veränderungen können dabei große Wirkungen haben, denn der Libor wird als Grundlage für eine große Zahl an Finanzgeschäften herangezogen. Sie reichen von Krediten für Häuslebauer bis hin zu komplexen Derivategeschäften.

cr/dpa-afx
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