Donnerstag, 23. Mai 2019

Höhere Quoten trotz Preisverfalls Ölpreis bricht ein - OPEC erhöht Förderung

Opec: Trotz niedriger Ölpreise zeigen die Mitglieder des Kartells wenig Bereitschaft, die Produktion zu drosseln. Zuerst wollen sie die Fracking-Technologie in den USA beerdigen

Die Opec hat sich Insidern zufolge trotz des Ölpreisverfalls überraschend auf eine Anhebung der Förderquoten geeinigt. Die Staaten des Kartells dürfen zukünftig täglich 31,5 Millionen Barrel (Fass zu je 159 Liter) Öl aus dem Boden pumpen, sagten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen. Bislang liegt die Obergrenze bei 30 Millionen Barrel. Unklar blieb allerdings, ob die Fördermengen des zurückgekehrten Opec-Mitglieds Indonesien in die neue Fördermenge eingerechnet ist.

Als Reaktion darauf drehte der Ölpreis ins Minus. Die richtungsweisende Sorte Brent aus der Nordsee verbilligte sich um 1,9 Prozent auf 43,04 Dollar je Barrel. Zuvor hatte sie wegen der Hoffnung auf eine Verringerung des weltweiten Überangebots zwei Prozent im Plus gelegen.

Die Ölminister der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) zeigen damit trotz des Ölpreis-Tiefs offenbar wenig Bereitschaft, die Förderung innerhalb des Kartells einzuschränken. Zu Beginn der halbjährlichen Sitzung am Freitag in Wien sagte der irakische Ölminister Adil Abd al-Mahdi, die Organisation sei nicht allein dafür verantwortlich, mit Produktionskürzungen die niedrigen Preise wieder zu steigern: "Opec sollte den Preis dafür nicht allein zahlen."

So lange fördern, bis das letzte Fracking-Unternehmen in USA pleite ist

Während Verbraucher und Industrie von sinkenden Preisen auch für Benzin, Diesel oder Heizöl profitieren, geraten viele Ölländer und der Rohstoffsektor weiter unter Druck. "Wir sind sicher, dass der Markt sich selbst regulieren wird", sagte der Energieminister der Vereinigten Arabischen Emirate, Suhail Mohamed al-Masroui. Damit zielt die Opec auch darauf ab, die umstrittene Fracking-Technologie in den USA unrentabel zu machen: Aus diesem Grund wird der Markt trotz der niedrigen Preise mit Öl überschwemmt.

Die Ölpreise sind derzeit extrem niedrig und in der Nähe der Tiefstände der Wirtschaftskrise in den Jahren 2008 und 2009. Grund dafür ist ein Überangebot auf dem Welt-Ölmarkt.

Das Kartell aus 12 Mitgliedstaaten hat sich selbst ein offizielles Förderziel von 30 Millionen Barrel (je 159 Liter) pro Tag gesetzt. Zuletzt lag die tatsächliche Produktion jedoch deutlich darüber. Damit will die Opec Marktanteile - unter anderem gegen starke US-Produzenten - verteidigen. Indonesien soll zudem als 13. Mitglied der Staatengruppe wiederaufgenommen.

la/dpa/reuters

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