Donnerstag, 19. September 2019

Online-Banking Was, wenn Google eine Bank aufmacht?

DBS-Bank in Singapur: Anders als viele deutsche Geldhäuser hat diese Bank die Digitalisierung und ihre Folgen für das Kundenverhalten nicht verschlafen

3. Teil: Google-Bank-Filialen: Der größte Alptraum der Geldhäuser

Entsprechend argwöhnisch beäugen die binären Bankiers aus ihren Filialen und Zentralen daher die Finanz-Aktivitäten der "digital natives". Als Google-Manager Jens Quadbeck, seines Zeichens "Industry Leader Finance", auf der Tagung "Bank & Zukunft" im September in Frankfurt gelobte, ein Einstieg seines Konzerns ins Bankgeschäft stehe nicht an, grummelten zahlreiche der anwesenden knapp 200 Banker ihre Skepsis nonverbal in den Saal.

Als Quadbeck zum Schluss seiner Präsentation auch noch ein Foto von Deutsche-Bank-Co-Chef Anshu Jain und Googles Chief Business Officer Nikesh Arora zeigte, guckten die meisten Banker so gequält wie Jain auf dem Schnappschuss, als ihn der strahlende Arora herzt. Die Frage, wer hier künftig der Boss sein würde, schien bereits beantwortet.

Und was wenn Google wirklich eine Bank mit Filialen aufmachen würde? Im Computer von Architekt Michael Allen ist das schon Realität. Hin und wieder gönnt der Chef seinem Team bei Allen International in London etwas kreativen Spaß und lässt - per virtueller Designstudie - eine neue Marke ins Bankgeschäft einsteigen.

McDonald's Börsen-Chart zeigen, Apple Börsen-Chart zeigen, sogar Hugo Boss Börsen-Chart zeigen hat Allen schon durchprobiert. Als er kürzlich Bankern seine Visionen für eine Google-Bank-Filiale zeigte - licht, rund, total interaktiv, gandenlos cool eben - waren die "ziemlich beunruhigt", sagt Allen.

Kein Wunder: Plötzlich schien ihr größter Alptraum wahr zu werden.

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