Mittwoch, 18. September 2019

Oligarch jammert Nach US-Sanktionen bleiben Deripaska kaum noch 2 Milliarden

Wegen Sanktionen deutlich weniger reich: Oleg Deripaska

Der russische Oligarch Oleg Deripaska beklagt Verluste von mehr als 15 Milliarden Dollar (13,4 Milliarden Euro) durch die Sanktionen der USA gegen sich und seine Unternehmen. Diese Einbußen hätten "Investoren, Zulieferer und Kunden" seiner Unternehmen zu tragen, ließ Deripaska am Mittwoch mitteilen. Die Sanktionen ruinierten "das Leben eines Mannes, seiner Geschäfte" und gefährdeten hunderttausende Menschen, darunter Arbeiter und in- und ausländische Investoren.

Das US-Finanzministerium hatte Deripaska und seine Unternehmen EN+, den Aluminiumriesen Rusal und den Autohersteller Gaz im vergangenen Jahr mit Strafmaßnahmen belegt, weil der Oligarch enge Kontakte zu Russlands Staatschef Wladimir Putin pflegt. Die Sanktionen gegen EN+ und Rusal wurden inzwischen aufgehoben, weil die Unternehmen nicht mehr eng mit Deripaska verknüpft sind. Gegen den Oligarchen selbst und gegen Gaz sind sie aber weiter in Kraft.

Allein bei Rusal schlugen die Sanktionen seit dem vierten Quartal 2018 mit Verlusten von hunderten Millionen Euro zu Buche. Der Nutzfahrzeughersteller Gaz mit rund 40.000 Beschäftigten wurde durch die Sanktionen laut Deripaska an den Rand der Pleite getrieben. Sollte es von Seiten der USA bis zum Sommer kein Entgegenkommen geben, habe das Unternehmen "keine Chance zu überleben", hatte der Oligarch bereits im April erklärt.

Deripaska selbst hat durch die Sanktionen nach eigenen Angaben mehr als 80 Prozent seines Vermögens verloren, rund 7,5 Milliarden Dollar. Das hieße, dass Deripaskas Besitz auf kaum mehr zwei Milliarden Dollar geschrumpft wäre. Das US-Magazin "Forbes" führt den Oligarchen gegenwärtig mit einem Privatvermögen von 3,1 Milliarden Dollar.

Manch einer würde das womöglich als Luxusproblem bezeichnen. Deripaska weist indes die zur Begründung für die Sanktionen herangezogenen Argumente als erfunden zurück. Ihnen würden "falsche Erklärungen und faktuelle Ungenauigkeiten zu Grunde gelegt", erklärte er am Mittwoch. Der Oligarch geht in den USA juristisch gegen die Sanktionen vor.

cr/afp

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