Mittwoch, 27. Mai 2020

Ölpreise steigen deutlich Putin bietet Opec gemeinsame Drosselung der Ölproduktion an

Wladimir Putin: Der Konflikt zwischen Russland und Saudi-Arabien hatte den Absturz der Ölpreise zuletzt beschleunigt. Nun scheint auch Russland vor dem Opec-Treffen bereit, die Fördermengen zu senken
Pavel Golovkin/ AP
Wladimir Putin: Der Konflikt zwischen Russland und Saudi-Arabien hatte den Absturz der Ölpreise zuletzt beschleunigt. Nun scheint auch Russland vor dem Opec-Treffen bereit, die Fördermengen zu senken

Wenige Tage vor den Beratungen der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) über die Folgen der Corona-Pandemie hat Russlands Staatschef Wladimir Putin eine Zusammenarbeit bei der Drosselung der Ölförderung angeboten. Sein Land sei bereit zu einer Zusammenarbeit in dieser Frage mit der Opec+ und den USA, erklärte Putin am Freitag. Er glaube, "dass es notwendig ist, die Anstrengungen zu vereinen, um den Markt auszugleichen und die Produktion zu verringern". Es sei möglich, die globale Ölproduktion um 10 Millionen Barrel pro Tag zu senken.

Wegen der Coronavirus-Pandemie und de massiven Einschränkungen von Wirtschaft und öffentlichem Leben ist die weltweite Nachfrage nach Erdöl deutlich zurückgegangen. Anfang März hatte Russland bei Verhandlungen mit der Opec eine Drosselung der Ölförderung zur Stabilisierung der Preise noch abgelehnt. Das wichtige Förderland Saudi-Arabien senkte daraufhin den Ölpreis massiv und kündigte zudem an, die Fördermenge zu erhöhen. Dieser Streit zwischen Russland und Saudi-Arabien hatte den Corona-Crash an den weltweiten Börsen noch verschärft.

Opec könnte bereits am Montag die Fördermengen kürzen

Am Freitag verlautete, dass die Opec und ihre Partner sich bereits am Montag in einer Videokonferenz über die Folgen der Krise beraten wollen. Ziel sei die Stabilisierung des Ölmarktes, hieß es. Die Ölpreise haben vor diesem Hintergrund am Freitag zugelegt.

Am Mittag kostete ein Barrel der Nordseesorte Brent 33,00 Dollar. Das waren 3,00 Dollar mehr als am Donnerstag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI stieg um 1,43 Dollar auf 26,76 Dollar.

Putin hält eine Kürzung der Fördermenge um 10 Millionen Barrel für möglich. Russlands Ölminister Alexander Nowak forderte jedoch, dass alle wichtigen Erzeuger sich an den Maßnahmen beteiligen. Nur mit Produktionskürzungen könne man ein Kollabieren des Ölmarktes verhindern.

Der Preiskrieg zwischen Saudi-Arabien und Russland hatte die Talfahrt der Ölpreise in den vergangenen Wochen noch zusätzlich beschleunigt. Die Internationale Energieagentur (IEA) hat sich unterdessen zurückhaltend zu Meldungen über eine mögliche Förderkürzung durch die "Opec+" gezeigt. Auch wenn eine Kürzung um zehn Millionen Barrel (je 159 Liter) pro Tag erreicht werden könnte, dürfte dies nur etwas Zeit kaufen, sagte der Vorsitzende des Interessenverbands führender Industriestaaten, Fatih Birol. Eine Kürzung in diesem Volumen dürften einen weiteren Anstieg der Lagerbestände in den kommenden Monaten aber nicht verhindern.

la/AFP/dpa/reuters

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