Freitag, 26. April 2019

Goldminen im Fusionsfieber Darum schwappt eine M&A-Welle über die Goldindustrie

Minenarbeiter mit Goldklumpen: In der Branche der Goldproduzenten gibt es bereits den zweiten großen M&A-Deal binnen kurzer Zeit.

2. Teil: Heiße Kandidaten für weitere M&A-Deals

Goldberg soll noch bis zum Ende der Transaktion an der Spitze des Unternehmens bleiben. Es werde erwartet, dass er Ende 2019 abtrete, berichtet Bloomberg. Sein Nachfolger Tom Palmer, der über jahrzehntelange Erfahrung in der Minenindustrie verfüge - unter anderem 20 Jahre bei Rio Tinto -, stehe bereits in den Startlöchern.

Bleibt die Frage, wie die Konsolidierung der Goldminenbranche weitergeht. Beobachter sehen bereits weitere Transaktionen am Horizont. Angesichts der beiden jüngsten Megadeals sei eine Reihe von mittelgroßen Playern nun geradezu gezwungen, ebenfalls aktiv zu werden, sagt etwa Robert Gill, ein Portfoliomanager bei Lincluden Investment Management in Kanada, laut "FT". Auch Michael Stoner, Analyst bei Berenberg in London, erwartet demnach, dass das M&A-Geschäft in der Branche in den kommenden ein bis zwei Jahren auf Touren komme.

Namen möglicher Unternehmen, die an künftigen Übernahmen oder Fusionen beteiligt sein könnten, werden ebenfalls bereits gehandelt. Die kanadische Firma Kinross Gold beispielsweise stehe unter Druck und müsse etwas tun, meint Jonathan Guy, Analyst bei Numis Securities, laut "FT". Gleiches gelte für Agnico Eagle Mines. Zudem befinden sich Goldproduzenten in Australien sowie in Südafrika im Zugzwang, so Guy.

Ein Name, der genannt wird, lautet zudem Newcrest Mining. Das Unternehmen mit Sitz im australischen Melbourne könne auf Übernahmen aus sein, zitiert die "FT" einen Banker: "Newcrest steht allein da und hat niemanden zum Tanzen."

Einerseits. Andererseits könnte der Newmont-Goldcorp-Deal das M&A-Geschäft in der Branche allerdings auch für eine Weile beruhigen. Die Minen seien nun womöglich erst einmal damit beschäftigt, Vermögensteile aus dem Bestand von Goldcorp, die im Zuge der Transaktion abgestoßen würden, zu übernehmen, meint Analyst Stephen Walker von RBC Capital Markets. Andere M&A-Aktivitäten gerieten daher vielleicht für eine Weile aus dem Blick.

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