Samstag, 20. Juli 2019

Ökostrom-Umlage Stromkosten - Haushalte zahlen 60 Euro drauf

Ökostrom-Umlage: Wenn die Umlage steigt, zieht dies zusätzliche Kosten für den Verbraucher nach sich

Auf 6,24 Cent steigt die Ökostrom-Umlage, Verbraucher müssen sich auf höhere Stromkosten einstellen. Denn zugleich wird mehr Mehrwertsteuer fällig, und auch die Netzentgelte steigen. Ein Durchschnittshaushalt zahlt so 60 Euro mehr im Jahr.

Berlin - Die Verbraucher in Deutschland müssen sich auf spürbare Strompreiserhöhungen einstellen. Die über den Strompreis zu zahlende Umlage zur Förderung erneuerbarer Energien wird für 2014 auf den Rekordwert von 6,240 Cent je Kilowattstunde festgesetzt, teilte der für die Verwaltung der Förderzahlungen zuständige Übertragungsnetzbetreiber TransnetBW am Dienstag mit.

Das Unternehmen aus Baden-Württemberg war in diesem Jahr federführend für die Berechnung der neuen Umlage verantwortlich. Derzeit liegt sie bei 5,277 Cent. Kurz vor der Veröffentlichung war die Zahl noch einmal verändert worden, ursprünglich war von 6,3 Cent je kWh für das kommende Jahr ausgegangen worden.

Ein durchschnittlicher Haushalt muss damit etwa 35 Euro mehr im Jahr für die Umlage bezahlen. Hinzu kommt noch die mitsteigende Mehrwertsteuer, sowie höhere Netzentgelte, so dass es über 60 Euro mehr werden können, bei Großfamilien (6000 kWh/Jahr) können es über 100 Euro mehr im Jahr werden. Betreiber von Solaranlagen, Windrädern und Biogasanlagen erhalten auf 20 Jahre garantiert eine feste Vergütung.

Über die Umlage wird die Differenz zwischen dem am Markt für den Strom erzielten Preis und dem Vergütungssatz gewährt. Da die Preise an der Strombörse gefallen sind, wachsen diese Differenzkosten - mit der neuen Umlage muss auch ein Minusbetrag von 2,2 Milliarden Euro auf dem Vergütungskonto im laufenden Jahr ausgeglichen werden.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) ist Nutznießer der auf einen Rekordwert steigenden Ökostrom-Umlage. Denn dadurch steigen die Mehrwertsteuereinnahmen im Strombereich, wie eine Berechnung der Deutschen Presse-Agentur ergab.

Bei einem jährlichen Stromverbrauch in privaten Haushalten von derzeit 139 Terawattstunden und 1,19 Cent Mehrwertsteuer auf künftig 6,24 Cent Umlage summieren sich die Mehrwertsteuereinnahmen aus diesem Posten 2014 auf rund 1,65 Milliarden Euro. Bisher sind es rund 1,4 Milliarden Steuereinnahmen durch die Umlage. Daher fordert etwa die SPD, die Stromsteuer, die weiterer Bestandteil des Strompreises ist, entsprechend zu senken.

Allerdings sparen die Bürger dafür in der Regel an anderer Stelle, so dass unter Strich diese Entwicklung nicht insgesamt zu höheren Einnahmen für den Staat führen muss. Bezieht man in die Rechnung unter anderem noch die nicht von Rabatten profitierenden Unternehmen ein, sind die Einnahmen noch weit größer. Der nichtprivilegierte Stromverbrauch beträgt derzeit rund 382 Terawattstunden, was 2014 Mehrwertsteuereinnahmen von 4,5 Milliarden Euro ausmachen könnte.

rei/dpa

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