Anonyme Briefe Morddrohungen gegen Maschmeyer

Der Finanzunternehmer und AWD-Gründer Carsten Maschmeyer wird einem Zeitungsbericht zufolge erpresst und mit dem Tod bedroht. Die Drohungen stehen offenbar im Zusammenhang mit seiner Klage gegen das Schweizer Bankhaus Sarasin.
Scheut nicht das Rampenlicht: Der umtriebige Finanzunternehmer Carsten Maschmeyer und seine Lebensgefährtin, die Schauspielerin Veronica Ferres

Scheut nicht das Rampenlicht: Der umtriebige Finanzunternehmer Carsten Maschmeyer und seine Lebensgefährtin, die Schauspielerin Veronica Ferres

Foto: Daniel Karmann/ picture alliance / dpa

Hamburg - Unbekannte hätten Carsten Maschmeyer Ende April und Anfang Mai jeweils ein Schreiben mit Morddrohungen ins Büro geschickt, berichtet die "Bild"-Zeitung. In den Briefen werde er davor gewarnt, gegen den Investmendfonds "Sheridan" vorzugehen. Die Schweizer Bank Sarasin hatte Maschmeyer Anteile des umstrittenen Fonds in Höhe von 40 Millionen Euro verkauft. Maschmeyer hat die Bank verklagt. Er wirft ihr "Täuschung" und Anlagebetrug vor.

In den Briefen hätten die Erpresser laut "Bild" gewarnt, sollte es zu einem Prozess kommen, werde Maschmeyer das Urteil nicht mehr erleben. Die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt in der Sache. Dem Bericht zufolge wurde der Personenschutz für Maschmeyer und seine Familie verstärkt.

Maschmeyer will nach Informationen der Zeitung an seiner Klage gegen die Bank festhalten. Manager magazin hatte bereits in seiner April-Ausgabe berichtet, dass der Bank Sarasin eine Welle von Klagen aufgebrachter Anleger droht - unter ihnen Maschmeyer und der Drogeriekönig Erwin Müller. Die Anleger haben insgesamt einen dreistelligen Millionenbetrag in die "Sheridan"-Fonds investiert, die mit inzwischen verbotenen Cum-Ex-Geschäften hantiert haben.

Umstrittener Maschmeyer will trotz Drohungen an Klage festhalten

Die Fonds waren Teil des Projekts "Gipfelsturm", mit dem Sarasin reiche Klienten anwerben wollte. Seit dem Jahr 2012 ist die sogenannte Cum-Ex-Praxis nicht mehr erlaubt. Die Folge: Die Fonds gerieten unter Wasser und konnten die 8 bis 10 Prozent Rendite, die Sarasin in Aussicht gestellt hatte, nicht annähernd erzielen.

Die Erfolgsaussichten der "Sheridan"-Kläger stehen nicht schlecht, das belegen Dokumente, die manager magazin vorliegen. So hielt es die renommierte Kanzlei Freshfields bereits im März 2013 im Rahmen einer Risikoanalyse im Auftrag von Sarasin für "überwiegend wahrscheinlich", dass Müller eine Klage gegen die Bank wegen Falschberatung vor einem deutschen Gericht gewinnt. Schließlich sei der milliardenschwere Drogist über die weitreichenden Risiken des Fonds nicht informiert worden.

Maschmeyer selbst gilt nicht als unumstritten. So werfen zahlreiche Kleinanleger dem ehemaligen Chef des Finanzdienstleisters AWD vor, dass dessen Berater Kunden in unvorteilhafte Finanzprodukte getrieben hätten. So hatten allein beim Landgericht Hannover rund 800 Anleger Klage gegen den AWD erhoben. Sie warfen dem Unternehmen mangelnde Risikoaufklärung beim Vertrieb speziell von Immobilien- und Medienfonds vor sowie unangemessen hohe Provisionen für die Berater.

Mehr dazu in manager magazin 5/2014: J. Safra Sarasin - Willkommen in Risikoklasse 5

rei
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