Mittwoch, 13. November 2019

Festakt zum Abschied von EZB-Chef Mario Draghi Zum Abschied nur Zärtlichkeiten

Mario Draghi (r.) genießt zur Verabschiedung in Frankfurt sichtlich die warmen Worte und Umarmungen - unter anderem von seiner Nachfolgerin Christine Lagarde

Der scheidende EZB-Chef Mario Draghi hat nach jüngsten Differenzen im Führungsgremium der Notenbank die Einheit der Währungshüter beschworen. "Was den EZB-Rat eint, war immer und wird immer viel stärker sein, als irgendetwas, das ihn spalten könnte", sagte er am Montag auf einem Festakt in der EZB-Zentrale in Frankfurt zu seinem Abschied.

An der Veranstaltung nahmen auch Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Italiens Staatschef Sergio Mattarella teil.

Draghi hatte im September noch einmal ein großes geldpolitisches Feuerwerk gezündet und ein umfassendes Stützungspaket für die Wirtschaft angeschoben. Bundesbankchef Jens Weidmann und mehrere weitere Währungshüter hatten Teile des Bündels offen kritisiert.

Nachfolgerin Lagarde sieht Draghi als Vorbild für ihr eigenes Wirken

Der Italiener scheidet Ende des Monats nach acht Jahren aus dem Amt. Im November übernimmt die Französin und ehemalige Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, das Ruder. Lagarde sieht Draghi als Vorbild für ihr künftiges Engagement an der Spitze der EZB. Er habe stets das Mandat der Preisstabilität hochgehalten und zudem dazu beigetragen, dass der Euro so populär wie nie zuvor sei.

Sie sagte auf der Abschiedsveranstaltung in Frankfurt an Draghi gerichtet: "Ihr Erbe ist für uns die Herausforderung, weiter in Ihrem Sinne zu wirken mit Weisheit, Entschlossenheit und Engagement." Sie betonte, es gehe auch ihr darum, den Euro "für die Bürgerinnen und Bürger der Union" zu stärken.

Angela Merkel: "Du hast den Euro durch unruhige See navigiert"

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat dem scheidenden EZB-Präsidenten Mario Draghi für seinen Einsatz für die die Stabilität und die Weiterentwicklung des Euroraumes gedankt. "Du hast den Euro durch unruhige See navigiert", sagte Merkel am Montag anlässlich eines Festaktes in der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt. Draghi habe den Euroraum erfolgreich durch die Euro-Schuldenkrise geführt, die Unabhängigkeit der EZB bewahrt und die Währungsunion gestärkt, sagte die CDU-Politikerin.

Die Krise habe neue Antworten verlangt. Eine sei die Schaffung einer europäischen Bankenunion gewesen mit der Bankenaufsicht bei der EZB. Weitere Schritte in der Bankenunion würden folgen.

rei/Reuters/dpa

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