Norwegens Staatsfonds will Exempel statuieren Weltgrößter Staatsfonds geht gegen überhöhte Managergehälter vor

Von mm-newsdesk
Yngve Slyngstad, Chef of Norges Bank Investment Management, des norwegischen Staatsfonds

Yngve Slyngstad, Chef of Norges Bank Investment Management, des norwegischen Staatsfonds

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Norwegens Staatsfonds wird gegen überhöhte Managergehälter vorgehen. Der weltgrößte Staatsfonds warte auf den richtigen Beispielfall, um seine Prinzipien darzulegen, sagte Fondschef Yngve Slyngstad der "Financial Times".

Die Entlohnung von Managern sei inzwischen ein weltweites Thema. Der Fonds müsse sich damit beschäftigen, welche Gehaltshöhe angemessen sei, sagte Slyngstad. Der Fonds, der Norwegens immense Einnahmen aus der Öl- und Gasförderung anlegt, ist ein Gigant in der Finanzwelt. Er verwaltet Vermögenswerte von mehr als 830 Milliarden Dollar. Ende 2015 hielt er Anteile von mehr als 9000 Unternehmen.

Der Fonds hält auch Aktien an Dax-Konzernen und war im vergangenen Jahr so mit rund 4 etwa am gesamten Dax beteiligt. Slyngstad dürfte zuletzt sehr genau auch die Diskussion um die umstrittenen Manager-Boni und üppigen Pensionen beim angeschlagenen Volkswagen-Konzer verfolgt haben.

Finanzminister Schäuble greift Volkwagen-Manager offen an

Hier hatte sich am Wochenende sogar Finanzminister Wolfgang Schäuble in die Diskussion eingemischt. In einem am Wochenende verbreiteten Zeitungsinterview griff der Politiker die Konzernspitze scharf an, vor allem für das Beharren der Vorstände auf den Großteil ihrer Bonus-Zahlungen.

"Ich habe kein Verständnis dafür, wenn man ein großes Dax -Unternehmen erst in eine existenzbedrohende Krise führt und dann in einer öffentlichen Debatte die eigenen Boni verteidigt", sagte der CDU-Politiker der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". "Das zeigt, dass etwas nicht funktioniert."

Aufstand der Aktionäre bei BP

Aber auch die Aktionäre selbst machen immer öfter Front gegen die aus ihrer Sicht überhöhte Entlohnung von Managern. Vor wenigen Wochen hatte das Beispiel BP für Aufsehen gesorgt. Nach einem Rekordverlust der Ölfirma wehrten sich die Aktionäre gegen die vorgesehene Gehaltserhöhung von 20 Prozent für Konzernchef Bob Dudley.

Auf der Hauptversammlung stimmten mehr als 59 Prozent der Anteilseigner gegen Pläne, Dudley 20 Millionen Dollar für 2015 zu zahlen. Die Abstimmung war zwar nicht bindend, stand aber im deutlichen Kontrast zu den Zustimmungsquoten von bis zu 90 Prozent früherer Jahre.

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rei mit Reuters
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