Verdienste höher als Teuerung So viel mehr haben Sie im Portemonnaie

Auch im dritten Quartal lagen die Lohnsteigerungen über der Teuerungsrate - das Plus in der Geldbörse und die quasi abgeschafften Zinsen halten die Konsumlaune der Verbraucher hoch

Auch im dritten Quartal lagen die Lohnsteigerungen über der Teuerungsrate - das Plus in der Geldbörse und die quasi abgeschafften Zinsen halten die Konsumlaune der Verbraucher hoch

Foto: Frank_Kleefeldt/ picture-alliance / dpa

Deutschlands Arbeitnehmer konnten sich auch im dritten Quartal dieses Jahres über deutlich gestiegene Einkommen freuen. Die Bruttolöhne lagen in dem Zeitraum 3,4 Prozent über dem Niveau ein Jahr zuvor, berichtet das Statistische Bundesamt am Freitag. Da gleichzeitig die Verbraucherpreise nur um 1,5 Prozent gestiegen waren, verblieb ein Reallohnzuwachs von 1,9 Prozent. Zuletzt waren die Reallöhne im Jahr 2013 leicht zurückgegangen.

Nach den Beobachtungen der Statistiker konnten im längeren Zeitraum von 2008 und 2018 vor allem einkommensschwächere Gruppen aufholen. Die Nominallöhne stiegen im Schnitt um 25,8 Prozent im Vergleich zu 12,9 Prozent Inflation.

Überdurchschnittlich legten die Einkommen zu in den ostdeutschen Ländern (31,0 Prozent, ohne Berlin), bei geringfügig Beschäftigten (31,7), Ungelernten (27,9) und Frauen (28,2). Aber auch leitende Arbeitnehmer hatten 31,2 Prozent mehr in der Tasche.

Konsumlaune in Deutschland bleibt hoch

Vor diesem Hintergrund und angesichts von Nullzinsen auf dem Konto und dem Sparbuch darf es nicht wundern, dass die Konsumlaune der Verbraucher vergleichsweise hoch bleibt:

In seinem monatlich ermittelten Konsumklimaindex prognostiziert der Nürnberger Marktforscher GfK für Januar einen Rückgang um lediglich 0,1 Punkte auf 9,6 Zähler. Im Vormonat war der Wert um 0,1 Zähler gestiegen. Als Grund nannte das Unternehmen neben Verunsicherungen durch Handelskonflikte insbesondere die Diskussion um Negativzinsen auch für Privatanleger.

"Wenn für Geldanlagen bezahlt werden muss, betrifft das auch die Geldbörsen der Verbraucher. Sie haben die Befürchtung, dass nun flächendeckend Strafzinsen für Privatkunden eingeführt werden", sagte GfK-Konsumexperte Rolf Bürkl am Freitag. Die Debatte um Negativzinsen habe die Sparneigung auf ein neues Allzeittief von minus 74 Punkten gedrückt. Auch auf die Einkommenserwartung habe die Zinsdebatte durchgeschlagen, sagte Bürkl. Mit 35,0 Punkten habe dieser Wert zuletzt vor über sechs Jahren so niedrig gelegen.

Der Leitzins im Euroraum liegt seit langem auf dem Rekordtief von null Prozent. Parken Geschäftsbanken Geld bei der Europäischen Zentralbank, müssen sie dafür 0,5 Prozent Strafzinsen zahlen. Die Folgen: Die Zinsen für Sparbuch und Tagesgeld sind quasi abgeschafft. Zudem verlangen immer mehr Banken Negativzinsen bei größeren Guthaben, bei Neukunden teils schon ab dem ersten Euro.

rei/dpa
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