Börse Wilder Ritt an der Börse - Dow Jones zieht Dax ins Plus

Verrückter Tag an den Börsen: Der Absturz des Rubel hatte den Dax zeitweise unter die Marke von 9300 Zählern gedrückt. Doch mit der Erholung an der Wall Street greifen auch hierzulande Schnäppchenjäger zu: Der Dax schnellt nach dem Ausverkauf wieder um mehr als 2 Prozent ins Plus.
Rauf, runter, rauf: Die Kurse fahren Achterbahn - auch an der Wall Street

Rauf, runter, rauf: Die Kurse fahren Achterbahn - auch an der Wall Street

Foto: CHRIS HONDROS/ AFP

Frankfurt am Main - Der Dax  hat sich am Dienstag im späten Handel mit Hilfe der New Yorker Börse deutlich von seinem jüngsten Kursrutsch erholt. Zuletzt stieg das Börsenbarometer um 2,5 Prozent auf 9563 Punkte und folgte damit den Kursgewinnen an der tonangebenden Wall Street.

An der New Yorker Börse legten die wichtigsten Standard-Indizes wieder zu - trotz des Rubel-Crashs. Börsianer sprachen von einer Gegenbewegung nach den zuletzt deutlichen Verlusten an den Handelsplätzen dies- und jenseits des Atlantiks. Am frühen Abend notierte der Dow Jones  1,3 Prozent im Plus.

Vor allem der ungebremste Crash der russischen Währung Rubel hatte zuvor für Nervosität unter Investoren gesorgt und den Dax bis auf 9233 Zähler gedrückt. Der russischen Wirtschaft droht auf Grund der Rubel-Krise der Kollaps.

Rubel stürzt ab, Moskauer Börse bricht ein

Dies hat Folgen an der Moskauer Börse: Der RTS-Interfax-Index brach bis zum Dienstagnachmittag um 16,51 Prozent ein. Schon am Vortag war es für den russischen Index um mehr als 10 Prozent bergab gegangen.

Seit Ende November hat der RTS inzwischen fast 40 Prozent verloren. Seit dem Hoch im Sommer beträgt das Minus annähernd 60 Prozent.

Zinserhöhung der russischen Zentralbank verpufft

Die russische Notenbank hatte zwar am Montagabend im Kampf gegen die Schwäche der heimischen Währung noch einmal aufgerüstet und den Leitzins drastisch um 6,5 Prozentpunkte auf 17 Prozent erhöht. Der Rubel setzte am Dienstag dennoch seine steile Talfahrt fort.

Laut Händler Stefan Huber vom Broker Peregrine & Black stellen viele Anleger nun zunehmend Vergleiche her zwischen der Rubel-Krise von 1998 und der heutigen Situation, wo wie damals auch andere Schwellenländer in Mitleidenschaft gezogen worden seien.

ZEW-Konjunkturerwartungen besser als erwartet

Auch die jüngsten ZEW-Daten konnten den Dax nur kurzzeitig stabilisieren. Die Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten haben sich im Dezember stark verbessert. Der vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) ermittelte Indikator stieg um 23,4 Punkte auf 34,9 Zähler, wie das ZEW am Dienstag in Mannheim mitteilte. Das ist der höchste Stand seit Mai.

Rubel-Crash setzt Adidas, Metro und Stada unter Druck

Aktien der Unternehmen mit einem bedeutenden Geschäftsanteil in Russland sind am Dienstag an der deutschen Börse unter Druck geraten. In den wichtigsten Indizes nennen Börsianer vor allem Adidas  und das Handelsunternehmen Metro  aber auch Stada  als diejenigen Werte, die besonders stark unter dem scheinbar unaufhaltsamen Verfall der russischen Währung leiden.

Die Anteile an dem stark in Russland engagierten Handelskonzern Metro  litten ebenfalls unter den Turbulenzen in Russland und rutschten mit einem Kursverlust von fast vier Prozent ans MDax-Ende. Dabei hatten Händler die am Morgen vorgelegten Zahlen zunächst noch positiv bewertet. Das Ergebnis sei besser als befürchtet ausgefallen, gerate aber mit dem steilen Verfall des Rubel und dem Ausverkauf an der russischen Börse in den Hintergrund, sagte Händler Frank Schneider von Alpha Wertpapierhandel.

T-Aktie gefragt - Verkaufsgespräche für britisches Mobilfunkgeschäft

Zudem zogen die Aktien der Deutschen Telekom  Aufmerksamkeit auf sich. Der Bonner Konzern und sein französischer Partner Orange hatten bekanntgegeben, ihr britisches Mobilfunk-Geschäft Everything Everywhere (EE) an den Telekommunikationskonzern BT Group verkaufen zu wollen. Es seien "exklusive Gespräche" zwischen den drei Partnern vereinbart worden, die sich um einen Kaufpreis von 12,5 Milliarden Pfund (15,5 Mrd Euro) drehten, hieß es. Die T-Aktie hielt sich im schwachen Markt stabil bei 12,48 Euro.

Gerüchte um Puma

Die Puma-Papiere könnten von Übernahmespekulationen angetrieben werden. Haupteigentümer Kering habe im laufenden Jahr potenzielle Käufer kontaktiert, um das Interesse auszuloten, hatten mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Bloomberg am Montag gesagt.

Ein Händler merkte dazu an: Es könnte zwar negativ gesehen werden, dass bislang kein Kaufangebot für Puma abgegeben worden sei und auch unklar sei, ob ein Verkauf noch erwogen werde, doch die Meldung dürfte Übernahmespekulationen rund um Puma die Tür weiter öffnen. "Auf den zweiten Blick sollte das Ganze also den Puma-Kurs positiv beeinflussen."

Fotostrecke

US-Wirtschaftsboom: Ein Cocktail ungesunder Zutaten

Foto: Corbis
la/rei/ts mit Material von Nachrichtenagenturen
Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.