Freitag, 22. November 2019

Klaus Kaldemorgen Der neue alte Milliardenmann

Klaus Kaldemorgen: Von Mittelzuflüssen geadelt

Klaus Kaldemorgen war lange der Vorzeige-Fondsmanager der DWS. Dann trat er kürzer und widmete sich vor allem einem kleinen Fonds. Nun hat dieser auf ihn zugeschnittene Fonds die Milliardengrenze überschritten.

Hamburg - Klaus Kaldemorgen hat sie alle gesehen. Die Peso-Krise, die Tech-Blase, die Finanzkrise. Und er hat alles erlebt. Er war das, was so oft als Starfondsmanager beschrieben wurde. Er hatte es 2003 in die Geschäftsführung der DWS geschafft, war ab 2006 deren Sprecher. Bis zum 1. Januar 2011, wo er die die klingenden Titel zurückgab, um sich wieder dem zu widmen, was in seit seinem Einstieg ins Anlagegeschäft im Jahr 1982 antrieb - dem Verwalten von Fonds. Nun hat sein DWS Concept Kaldemorgen die Volumensgrenze von einer Milliarde Euro übersprungen. Eine echte Hausnummer und für Fondsmanager eine Art Ritterschlag zum Milliardenmann.

Zwei Dinge machten das möglich. Da ist die aktuelle Mode an der Börse. Mischfonds sind einfach "in". Während der Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) seit Jahren das mangelnde Vertrauen der Deutschen in Aktienfonds beklagt - allein in diesem Jahr zogen Anleger hierzulande 1,6 Milliarden Euro daraus ab - sind Mischfonds beliebt und konnten gut 11 Milliarden Euro einsammeln. Kein Wunder, denn deren Idee trifft die Sorge der Deutschen. Indem verschiedene Anlageklassen zusammengemischt werden, sollen die Börsenschwankungen abgefedert werden, ohne deren Renditechancen komplett auszuschalten. Einige dieser Konstruktionen verwalten inzwischen über 6 Milliarden, wie der Gars-Fonds von Standard Life. Doch allein das Surfen auf der Modewelle reicht nicht.

Es ist auch der Name Kaldemorgen, der Investoren anzieht. Da ist zum einen der Erfolg der Vergangenheit. Sein Vermögensbildungsfonds I war lange Lieblingsfonds der Deutschen, der Milliarden Euro bündelt. Sein Gesicht fand sich auf der Werbung der DWS, Kaldemorgen war mit seinem lange sehr erfolgreichen Vermögensbildungsfonds I sowie seinem gleichfalls Milliarden Euro umfassenden Akkumula Vorzeigemanager der DWS, ja der gesamten Industrie. Doch 2009 und 2010 lief es nicht mehr so gut für die beiden Fonds. Kaldemorgen rang, Kaldemorgen rackerte, und übergab die Fonds schließlich seinem Nachfolger André Köttner. Auch, weil die Finanzprodukte als Aktienfonds konzipiert waren. Und in Krisenzeiten damit nicht auf weniger schwankende Anlageklassen wie kurzlaufende Anleihen ausweichen können.

Das kann der Mischfonds Concept Kaldemorgen. Für den Manager selbst hat sich damit ein Kreis geschlossen. Bereits um die Jahrtausendwende sagte er im kleinen Kreis, er könne sich vorstellen, einmal einen Fonds zu verwalten, der ihm große Freiheiten bietet. Die Anleger schätzen diese Freiheit offenbar ebenso. Und dürften weiter investieren. Immerhin ist der Fonds nun drei Jahre am Markt und exisitiert damit genau jene Zeitspanne, die viele Profianleger Fonds nur beobachten, bevor sie selbst Geld investieren. Kaldemorgen ist damit der neue alte Milliardenmann.

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