Dienstag, 12. November 2019

Filialen als Logistikstandort Karstadt mutiert zum Logistikkonzern

Karstadt-Filiale: Dank der zentralen Lage könnten die Filialen die immer schwieriger werdende Zustellung auf der "letzten Meile" erleichtern

Nach rund 13 Jahren will der Warenhauskonzern Karstadt wieder in den Logistikmarkt einsteigen. Der Handelsriese kündigte am Mittwoch die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens mit dem Logistikdienstleister Fiege an. Die Firma Fiege X Log soll ab 2020 nicht nur die gesamte Logistik von Karstadt übernehmen, sondern Leistungen auch Drittkunden anbieten.

Dabei setzt Karstadt darauf, die 79 Filialen in den Zentren von deutschen Groß- und Mittelstädten auch als Logistikstandorte zu nutzen. Dies könnte dank der zentralen Lage der Geschäfte die für Logistikunternehmen immer schwieriger werdende Zustellung auf der "letzten Meile" oder die Lieferung in engen Zeitfenstern erleichtern. Der geplante Zusammenschluss mit Kaufhof könnte das Netz noch einmal deutlich verdichten.

Jens Fiege, der Vorstand des Logistikdienstleisters, betonte, gemeinsames Ziel sei es, Onlinehandel, stationären Handel und das Marktplatzgeschäft eng zu vernetzen und den Endkunden darüber hinaus weitere Dienstleistungen anzubieten.

Der Schritt bedeutet für Karstadt eine Kehrtwende. Denn erst 2005 hatte das Unternehmen die gesamte Logistik ausgelagert. Das Kartellamt muss der Gründung der Gemeinschaftsfirma noch zustimmen.

mg/dpa-afx

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