Trotz weiterhin lockerer Geldpolitik Bank of Japan enttäuscht die Märkte

Billiges Geld, schwacher Yen: Die japanische Notenbank versucht, die jahrelange Deflation zu überwinden

Billiges Geld, schwacher Yen: Die japanische Notenbank versucht, die jahrelange Deflation zu überwinden

Foto: AFP

Japans Zentralbank hat die geldpolitischen Zügel nicht so stark gelockert wie viele Akteure an den Finanzmärkten erhofft hatten. An den Finanzmärkten sorgten die Entscheidungen der Bank of Japan (BoJ) am Freitag zunächst für Ernüchterung. Der Kurs der heimischen Währung Yen, den die Notenbank eigentlich schwächen will, zog an und an den Aktienmärkten ging es zunächst bergab.

Der japanische Leitindex Nikkei 225  rutschte nach Bekanntgabe der BoJ-Schritte ins Minus und steuert damit auf deutliche Wochenverluste zu.

Die Notenbank beschloss am Freitag nach ihrer zweitätigen Sitzung, dass die Käufe von börsengehandelten Fonds (ETFs) auf jährlich sechs Billionen Yen (52 Milliarden Euro) verdoppelt werden. Die Geldbasis wird derweil weiterhin unverändert um jährlich 80 Billionen Yen ausgeweitet. Die Wachstumsprognose für das noch bis zum 31. März 2017 laufende Fiskaljahr senkte die BoJ von 1,2 Prozent auf 1 Prozent.

Geldpolitik soll überprüft werden

Die Notenbank versucht verzweifelt, die jahrelange Deflation mit stetig fallenden Preisen dauerhaft zu überwinden und den Wachstumsmotor anzukurbeln. Ihr Ziel ist eine Inflationsrate von zwei Prozent, das sie jedoch wiederholt nach hinten schieben musste. Die BoJ senkte ihre Inflationserwartung für das laufende Fiskaljahr nun auf 0,1 Prozent nach zuvor 0,5 Prozent. Für das kommende Steuerjahr geht sie jedoch weiter von 1,7 Prozent Inflation aus.

Bei der nächsten Sitzung im September will die BoJ ihre Politik auf den Prüfstand stellen. Notenbank-Chef Haruhiko Kuroda ordnete überraschend eine genaue Bewertung der Geldpolitik des Landes an. Wenn die Währungshüter das nächste Mal im September zusammenkommen, soll die Effektivität der vielen einzelnen Maßnahmen überprüft werden.

Neues Konjunkturprogramm geplant

Anfangs hatte die massive Geldflut als zentraler Pfeiler der "Abenomics" genannten Wirtschaftspolitik von Ministerpräsident Shinzo Abe tatsächlich eine Erholung bewirkt, weil der Yen stark abwertete und die Ausfuhren anschob. Doch dies wird nun schwieriger, der Yen hat inzwischen wieder deutlich angezogen. Die Regierung will in der kommenden Woche ein neues Konjunkturprogramm beschließen.

Das Programm war nach dem Wahlsieg der regierenden LDP bei den jüngsten Oberhauswahlen in Aussicht gestellt worden. Es wird nach Angaben von Abe ein Gesamtvolumen von über 28 Billionen Yen haben. Über die Höhe der direkten Ausgaben herrscht aber noch Unklarheit, die Rede war zuletzt von sieben Billionen Yen. Vor diesem Hintergrund hatten Ökonomen denn auch erwartet, dass die BoJ die Zügel lockert.

dpa-afx
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