Montag, 21. Oktober 2019

Investoren wollen Douglas-Börsengang stoppen Bei Douglas duftet es nach Verkauf

Douglas-Filiale: Als bevorzugter Weg gilt derzeit die Rückkehr an die Börse

Eine Handvoll potenzieller Käufer will den Parfümeriekonzern Douglas noch von seinem geplanten Schritt an die Börse abbringen. Der französische Luxusartikel-Konzern LVMH, die Finanzinvestoren CVC und KKR sowie ein Bieter aus Asien hätten ernsthaftes Interesse an Douglas angemeldet, sagten zwei mit den Vorgängen vertraute Personen am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters.

LVMH gehört in Frankreich die Kosmetik-Kette Sephora. Der US-Drogeriekonzern CVS habe ebenfalls mitgeboten, habe aber kaum Chancen auf einen Zuschlag. Douglas und seine Eigentümer, der Finanzinvestor Advent und die Eigentümerfamilie Kreke, wollen nun kurzfristig entscheiden, ob sie an den Börsenplänen festhalten oder den direkten Verkauf des gesamten Unternehmens vorantreiben.

Zurzeit loten die Investmentbanken Goldman Sachs und JPMorgan beide Optionen aus. Als bevorzugter Weg gilt derzeit die Rückkehr des Hagener Unternehmens an die Börse. Die Aktienmärkte boomen, so dass Advent dabei möglicherweise mit einem größeren Erlös rechnen könnte. Anvisiert werde er für das zweite Halbjahr. "Vor der Sommerpause wäre das unwahrscheinlich", sagte einer der Insider.

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Die indirekt mit 20 Prozent beteiligte Familie Kreke würde einen Börsengang nicht zum Ausstieg nutzen, sondern ihren Anteil unter Umständen sogar aufstocken. Douglas wird mit rund drei Milliarden Euro bewertet, so dass die Platzierung bereits im ersten Schritt einen hohen dreistelligen Millionenbetrag einbringen könnte. Alle Beteiligten wollten sich dazu nicht äußern, CVS war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Advent und die Familie Kreke hatten die Douglas Holding vor knapp zwei Jahren von der Börse genommen. Seither wurden der Süßwarenhändler Hussel und die Schmuckhandelskette Christ an Finanzinvestoren verkauft. Für die Modekette AppelrathCüpper und die Buchhandlungen von Thalia läuft der Verkaufsprozess noch. Organisatorisch sind Douglas und Thalia aber bereits voneinander getrennt, so dass nur das um die französische Nocibe erweiterte Parfümeriegeschäft an die Börse zurückkehren würde.

ts/Reuters

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