Donnerstag, 18. Juli 2019

Teuerungsrate schwächt sich ab Inflationsrate fällt auf 1,5 Prozent

Auch wenn die Teuerungsrate im Mai sich insgesamt abschwächte, Molkereiprodukte verteuerten sich um mehr als 10 Prozent

Die Verbraucherpreise in Deutschland steigen wieder etwas langsamer. Nach 2 Prozent im April kletterte die Inflation im Mai lediglich um 1,5 Prozent. Ein Grund dafür ist, dass die Energiepreise weniger stark anzogen. Nahrungsmittel dagegen verteuerten sich deutlich.

Die Inflation in Deutschland ist wegen der abebbenden Teuerung von Energieprodukten wie Benzin wieder auf dem Rückzug. Waren und Dienstleistungen kosteten im Mai nur noch 1,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch mit.

Das ist der niedrigste Stand seit November 2016. Im April hatte die Teuerungsrate noch bei 2,0 Prozent gelegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) spricht bei Werten von knapp unter zwei Prozent von stabilen Preisen.

Energie kostete nur noch 2,0 Prozent mehr als im Mai 2016. In den beiden Vormonaten gab es hier jeweils noch einen Anstieg von 5,1 Prozent. Auch bei Dienstleistungen ließ der Preisdruck nach, weil nach den Osterferien das Reisen wieder billiger wurde.

Gegen den Trend zogen die Preise für Nahrungsmittel an: Sie kosteten 2,4 Prozent mehr als vor einem Jahr. Für Speisefette und -öle mussten Verbraucher fast ein Fünftel mehr bezahlen, für Molkereiprodukte 10,5 Prozent mehr.

Experten rechnen damit, dass sich die Teuerungsrate in den kommenden Monaten in etwa auf dem aktuellen Niveau halten wird. Mit der geringeren Inflation in der größten Volkswirtschaft Europas sinkt der Druck auf die EZB, rasch aus ihrer extrem lockeren Geldpolitik auszusteigen.

Sie hat die Zinsen auf null gedrückt und pumpt jeden Monat Milliarden über Wertpapierkäufe in die Wirtschaft, um die Konjunktur anzuschieben und die Preise wieder in Richtung Zwei-Prozent-Marke zu bewegen.

Rei/Reuters

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