Sonntag, 15. Dezember 2019

Preise für Lebensmittel, Tabak und Alkohol steigen - Energie günstiger Inflation im Euroraum weiterhin auf Tiefstand

Verbraucherpreise: Während Energiepreise fallen, steigen die Preise für Lebensmittel

Die Inflation in der Euro-Zone verharrt im August weiter auf dem tiefsten Stand seit 2016. Damit ist sie weiterhin weit entfernt von der Zielmarke der Europäischen Zentralbank (EZB) von knapp unter 2 Prozent. Wie die europäische Statistikbehörde Eurostat am Freitag in einer ersten Schätzung mitteilte, nahmen die Verbraucherpreise im August lediglich um 1 Prozent zu. Bereits im Juli hatte die Rate bei 1 Prozent gelegen. Die meisten Volkswirte gehen deshalb inzwischen davon aus, dass die EZB auf ihrer nächsten Sitzung am 12. September in Frankfurt ihre Geldpolitik erneut lockern wird.

Inflationsrate der Eurozone für August 2019
manager magazin
Inflationsrate der Eurozone für August 2019

Die Euro-Notenbank peilt mittelfristig knapp 2 Prozent Inflation an. Diese Marke verfehlt sie aber bereits seit Jahren. Den Währungshütern machen neben der schwachen Inflation der Handelsstreit zwischen den USA und China und die eingetrübten Konjunkturaussichten zu schaffen. Die Unternehmen sind zudem wegen des nahenden Brexit verunsichert. Die EZB prüft zur Zeit eine Vielzahl von Maßnahmen, darunter Zinssenkungen und erneute Anleihenkäufe, mit denen die Wirtschaft angekurbelt werden könnte.

Die Energiepreise verringerten sich im August um 0,6 Prozent. Im Juli waren sie noch um 0,5 Prozent gestiegen. Dienstleistungen verteuerten sich um 1,3 Prozent nach 1,2 Prozent im Juli.

Am Donnerstag hatte das statistische Bundesamt anhand vorläufiger Daten die Inflationsrate für Deutschland gemeldet. Demnach hat sich der Anstieg der Verbraucherpreise hierzulande im August abgeschwächt. Die Jahresinflationsrate lag nunmehr bei 1,4 Prozent. In den Vormonaten Juni und Juli hatte die Teuerungsrate noch 1,6 beziehungsweise 1,7 Prozent betragen. Dämpfend wirkten im August die Energiepreise, die nur noch um 0,6 Prozent stiegen. Deutlich mehr als im Vorjahresmonat mussten Verbraucher dagegen für Nahrungsmittel zahlen (plus 2,7 Prozent). Gegenüber dem Vormonat sanken die Verbraucherpreise aber insgesamt um 0,2 Prozent.

Auch in Frankreich hat sich die Inflation im August etwas abgeschwächt. Die nach europäischen Standards berechnete Jahresinflationsrate sei von 1,3 Prozent im Vormonat auf 1,2 Prozent gefallen, teilte das Statistikamt Insee in Paris mit. Volkswirte hatten dies im Schnitt erwartet.

In Italien zog die Inflation stattdessen im August etwas an. Der Verbraucherpreisindex sei um 0,5 Prozent im Jahresvergleich gestiegen, teilte das Statistikamts Istat in Rom laut einer ersten Schätzung mit. Im Vormonat hatte die Inflationsrate noch bei 0,3 Prozent gelegen. Dies war damals die niedrigste Rate seit November 2016. Volkswirte hatten diese Entwicklung erwartet. Die Inflationsrate in Italien liegt damit weiterhin merklich unter dem Niveau der gesamten Eurozone.

rtr/dpa/akn

© manager magazin 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung