Sonntag, 26. Januar 2020

Diamanten, Kunst und teure Uhren Hongkong-Demonstranten könnten millionenschwere Sammler abschrecken

Protestieren macht müde: Reiche Sammler könnten dem Hongkonger Auktionsgeschehen wegen der Demonstrationen fernbleiben
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Protestieren macht müde: Reiche Sammler könnten dem Hongkonger Auktionsgeschehen wegen der Demonstrationen fernbleiben

Im Herbst haben Auktionen in Hongkong Hochkonjunktur. Diamanten, Kunst und andere Sammlerstücke im dreistelligen Millionenwert könnten den Besitzer wechseln. Doch jetzt gibt es Zweifel: Die Demonstranten auf den Straßen könnten die reichen Käufer abschrecken.

Hongkong hat sich in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Ort für millionenschwere Versteigerungen von Kunst und anderen Sammlerstücken entwickelt. Die Proteste, die sich seit Tagen auf den Straßen der fernöstlichen Metropole abspielen, könnten das Auktionsgeschehen nun jedoch empfindlich stören.

Wie der US-Sender CNBC berichtet, haben allein die bekannten Auktionshäuser Christie's und Sotheby's zusammen in den kommenden Wochen beinahe 20 Versteigerungen in Hongkong angesetzt. Unter den Hammer kommen sollen dabei verschiedenste Sammlerstücke, vom teuren Porzellan über die wertvolle Armbanduhr bis hin zur zeitgenössischen Kunst.

Zu den derzeit geplanten Highlights zählen demnach:

  • Die Versteigerung eines 8,4-karätigen Diamanten am 7. Oktober. Dem pink-schimmernden Stein wird ein Preis von 13 bis 15 Millionen Dollar zugetraut.
  • Der Verkauf von Wein aus dem Besitz des Internet-Tycoons James H. Clark im Wert von 4,5 bis 6,7 Millionen Dollar.

Die Versteigerungen seien Teil der mit Spannung erwarteten Herbstauktionen Hongkongs und sollten den Ruf der Stadt als zunehmend bedeutender Marktplatz für Gegenstände der Liebhaberei bei einer gehobenen Klientel festigen, so CNBC.

Im Hongkong Convention and Exhibition Center und an anderen Locations würden tausende reiche Sammler aus China und anderen asiatischen Ländern erwartet, die bereit seien, während der Auktionswochen im Oktober und November dreistellige Millionensummen auszugeben. Bereits in der Frühjahrs-Session, so CNBC, haben Sotheby's und Christie's zusammen mehr als 800 Millionen Dollar umgesetzt.

Doch jetzt gefährden die Demonstrationen auf den Straßen der Metropole das Geschäft. Die Unruhen könnten potenzielle Käufer abschrecken und die Auktionshäuser dazu veranlassen, ihre Pläne zu ändern, glaubt der Sender.

Noch herrscht bei den Auktionshäusern dem Bericht zufolge allerdings keine Aufregung. Es gebe noch keine Pläne, auf die Demonstrationen zu reagieren, heißt es.

Ohnehin kommen die vermögenden Käufer, die zu Auktionen nach Hongkong reisen, aus aller Welt. Viele von ihnen dürften die örtlichen Gegebenheiten daher kaum allzu sehr im Fokus haben. Zudem gehen insbesondere sehr wohlhabende Sammler zunehmend dazu über, nicht persönlich zu Auktionen anzureisen. Stattdessen schicken sie Vertreter, denen sie per Telefon ihre Anweisungen erteilen können.

Wer sich dieser Praxis bedient, lässt sich naturgemäß kaum davon beeindrucken, was auf der Straße vor dem Versteigerungsort vor sich geht.

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