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Vergoldet und mit Gravur: Das ist Görings Walther PPK

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Versteigerung in den USA Hermann Görings Pistole soll 400.000 Dollar wert sein

In den USA steht in Kürze eine Auktion an, wie es sie hierzulande wenn überhaupt, dann sehr wahrscheinlich nur unter heftigen Protesten geben würde: Das Auktionshaus Rock Island Auction Company in Illinois bietet eine Pistole aus dem Besitz des früheren Nazi-Führers Hermann Göring an.

Die vergoldete Waffe des Typs Walther PPK, mit zahlreichen Verzierungen sowie dem Göringschen Familienwappen und den eingravierten Initialen des Hitler-Vertrauten am Griff, soll einen Versteigerungserlös von bis zu 400.000 Dollar bringen, so die Vorabschätzung.

Hermann Göring hatte bereits als Jagdflieger am ersten Weltkrieg teilgenommen und zählte zu den führenden Nazis im Dritten Reich. Er galt als enger Vertrauter Adolf Hitlers. Nach seiner Verurteilung im Nürnberger Kriegsverbrecherprozess kam er seiner Hinrichtung 1946 durch Selbstmord zuvor.

Selbst für US-amerikanische Verhältnisse, wo der Handel mit Nazi-Devotionalien floriert, handelt es sich bei Görings Pistole um eine außergewöhnliche Offerte. Angeboten wird die 1939 gefertigte Waffe zusammen mit Manschettenknöpfen sowie einem goldenen Ring aus dem Besitz Görings.

Echtheit der Auktionsstücke häufig unklar

Nicht immer ist bei derartigen Versteigerungen allerdings klar, ob die Offerten die angegebene Historie auch tatsächlich mit sich bringen: Erst vor Kurzem hatte ein Unbekannter bei einer Online-Versteigerung mehr als 20.000 Dollar für ein Buch geboten, das angeblich von Soldaten kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs in der Wohnung Adolf Hitlers in München gefunden worden sein soll. Ob das fragwürdige Sammlerstück echt ist, lässt sich mit absoluter Sicherheit nach all den Jahrzehnten kaum noch sagen.

Uniformjacke Hitlers, Kleid von Eva Braun - umstrittene Auktionen in Deutschland

Versteigerungen dieser Art, die in den USA gang und gäbe sind, stoßen in Deutschland verständlicherweise auch 70 Jahre nach Kriegsende noch auf Ablehnung und lösen hitzige Diskussionen aus. So geschehen beispielsweise vor wenigen Wochen, als ein Auktionshaus in München verschiedene Dinge aus dem Nachlass bekannter Nazi-Persönlichkeiten unter den Hammer brachte.

Bei der Versteigerung des Auktionshauses Herrmann Historica brachte beispielsweise eine Uniformjacke Adolf Hitlers einen Erlös von 300.000 Euro. Für eine seidene Unterhose von Hermann Göring zahlte ein Käufer 3000 Euro. Zudem wurden unter anderem versteigert: ein Kleid von Eva Braun, Socken und ein Röntgenbild Hitlers sowie - besonders morbide - der Messingbehälter für Blausäure, mit der Göring Selbstmord beging, und ein Stück des Stricks, mit dem der Nazi-Politiker und -Verleger Julius Streicher hingerichtet worden war.

Das Versteigerungshaus Herrmann Historica verteidigte die Veranstaltung zwar als Event im Dienste der Wissenschaft, das sich an Museen richte. Man sei sich der deutschen Geschichte durchaus bewusst und lehne nationalsozialistische sowie neonazistische Strömungen ab, hieß es. Um keine falschen Interessenten anzulocken, wurde die Presse zu der Auktion nicht zugelassen.

Kritik gab es dennoch. Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) etwa appellierte an das Unternehmen, die Auktion abzusagen. Der Zentralrat der Juden in Deutschland bezeichnete die Versteigerung als "widerlich".

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