Leerverkauft Im Würgegriff der Investoren

Lanxess, Axel Springer und K+S haben eines gemeinsam. Sie wurden leerverkauft. Die Leerverkäufer, zum Beispiel Hedgefonds, rechnen also mit fallenden Kursen. Die Übersicht über den abgelaufenen Mai - über die Investoren und ihre Opfer.
Von Arne Gottschalck

Hamburg - Unternehmen freuen sich regelmäßig, wenn sie das Interesse der Investoren finden. Denn je mehr Anleger eine Aktie kaufen, um so besser steht das Unternehemen an der Börse da. Zum Beispiel, weil ein hoher Aktienkurs einen gewissen Schutz vor feindlichen Übernahmen liefert.

Ganze Abteilungen der Großinvestoren sind deswegen damit beschäftigt, potentielle Investoren von den eigenen Erfolgsaussichten zu überzeugen. Doch nicht immer gelingt den Experten der Investor-Relations-Abteilungen dieser Coup.

Zum Beispiel, wenn Investoren der Meinung sind, das Unternehmen sei überbewertet. Dann setzen Investoren wie zum Beispiel auf fallende Kurse des Unternehmens - sie verkaufen die Aktien leer. Dazu müssen sie sich die Papiere gegen Gebühr leihen und verkaufen sie. Geht die Rechung der Leerverkäufer auf und die Aktie verliert tatsächlich an Wert, können sie sie später zum dann gesunkenen Kurs zurückkaufen und dem Verleiher zurückgeben. Der Betrag, um den die Aktie gefallen ist, ist damit ihr Gewinn.

Eine Aktie leer zu verkaufen, ist also ein Misstrauensantrag für die betroffenen Unternehmen aus Dax & Co. Und deswegen auch eine wichtige Information für andere Anleger - vielleicht haben die Short-Experten Recht? Ein Überblick über die jüngsten Notierungen.

Wincor Nixdorf

Wincor Nixdorf: Seit 2004 an der Börse

Wincor Nixdorf: Seit 2004 an der Börse

Foto: DPA

Bei Wincor Nixdorf (Kurswerte anzeigen) haben Investoren im Mai gleich zweifach zugeschlagen: Zum einen hält Tremblant Capital eine 0,8-prozentige Short-Position, zum anderen Astellon Capital Partners 0,58 Prozent.

Eine "leading firm" sei Tremblant Capital, heißt es auf der Internetpräsenz des Unternehmens. Dieser Hinweis fehlt indes in der Regel bei keiner der Konkurrenten von Tremblant. Ansonsten ist der Disclaimer - also die juristsiche Freizeichung von allem möglichen Ansprüchen - die ausführlichste Information auf der Homepage. Gegründet wurde das Investmenthaus von Brett Barakett - und es ist auf Konsumaktien konzentriert.

Astellon wiederum betreibt "Value-Investing" in deutschsprachigen Ländern. Es sucht also nach unterbewerteten Unternehmen. Hinter dem Londoner Unternehmen stehen Bernd Ondruch und Christian Vogel-Clausen

Quelle: Bundesanzeiger

Veröffentlichungsdatum: 26. Mai 2014

Lanxess

Lanxess: Der klassische Spezialchemiekonzern

Lanxess: Der klassische Spezialchemiekonzern

Foto: DPA

Lanxess (Kurswerte anzeigen) hat einen Skeptiker an Bord: AQR Capital Management hat sich eine Short-Position von 1,06 Prozent an Lanxess gesichert.

1998 vom ehemaligen Goldman-Sachs-Mann Clifford S. Asness bietet das Unternehmen unter anderem Hedgefonds an. Sein Sitz? Natürlich in Greenwich. Bereits im April hatte der Fonds eine Short-Postion aufgebaut.

Quelle: Bundesanzeiger

Veröffentlichungsdatum: 23. Mai 2014

Axel Springer

Axel Springer: Ein Medienhaus

Axel Springer: Ein Medienhaus

Foto: Marc Tirl/ dpa

Axel Springer (Kurswerte anzeigen) hat es erwischt: Cadian Capital hält eine Short-Position von 0,98 Prozent am Medienhaus. Cadian Capital ist einer jener Hedgefonds, deren Homepage ein schönes Bild eines Leuchtturms in der Abenddämmerung zeigt, aber nicht viel mehr.

Eric Bannasch ist der treibende Kopf dahinter, der das Unternehmen 2007 gründete. Inzwischen verwalten Bannasch und die seinen drei Fonds.

Quelle: Bundesanzeiger

Veröffentlichungsdatum: 23. Mai 2014

K+S

K+S: Dünger sind das Metier des Unternehmens

K+S: Dünger sind das Metier des Unternehmens

K+S ist weiterhin in den Fängen der Leerverkäufer: Citadel hält einen 0,61-prozentige Short-Position am Düngemittelhersteller. Auch Adage Capital erklärte gebenüber dem Bundesanzeiger, im Mai eine 1,12-prozentige Short-Position zu halten. Im Vormonat war es Viking Global Investors, die auf fallende Kurse des Unternehmens setzte.

Citadel ist ein der bekannteren Hedgefonds, wurde von Ken Griffin gegründet. Das Geschäft mt der Anlage läuft offenbar so gut, dass er 2013 150 Millionen Dollar an die Harvard-Universität spenden konnte. Citadel verwaltet um die 7 Milliarden Dollar und ist damit einer der größten Hedgefondsanbieter weltweit. Die Fonds investieren dabei vor allem auf Großunternehmen, die Bluechips der Welt. Aber auch Rohstoffe finden sich im Griffin-Universum.

Adage Capital - 52. Stock, Boston, vielmehr ist auf der Homepage nicht zu erfahren.

Quelle: Bundesanzeiger

Veröffentlichungsdatum: 22. Mai 2014

Südzucker

Südzucker: Zuckerrüben zu Zucker, das ist das Geschäftsmodell der Raffinierie - vereinfacht gesagt

Südzucker: Zuckerrüben zu Zucker, das ist das Geschäftsmodell der Raffinierie - vereinfacht gesagt

Foto: DPA

Südzucker : Marshall Wace ist es, die eine Short-Position in Höhe von 0,75 Prozent am Unternehmen aufgebaut haben.

Marshall Wace ist eine jener verschwiegenen Firmen mit Sitz in London, die nur wenig über sich mitteilen. Die Gründer sind Paul Marshal und Ian Wace; beide konzentrieren sich auf die long/short-Strategie.

Quelle: Bundesanzeiger

Veröffentlichungsdatum: 22. Mai 2014

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