Freitag, 15. November 2019

Unbekannte Wirtschaftsriesen Die größten Firmen, die Sie nicht kennen (aber kennen sollten)

7. Teil: Vale

Sinnbild für Größenwahn: Die 400.000-Tonnen-Frachter der Valemax-Klasse senken die Transportkosten, erfordern aber größere Absatzmengen an Eisenerz
Ribamar Nascimento/ Farol Digital/ Vale
Sinnbild für Größenwahn: Die 400.000-Tonnen-Frachter der Valemax-Klasse senken die Transportkosten, erfordern aber größere Absatzmengen an Eisenerz
Vale, Umsatz 37,5 Milliarden Dollar (offizielle Angabe für 2014)

Noch vor wenigen Jahren schrieb Vale beinahe so viel Gewinn, wie jetzt noch an Umsatz übrig ist. Den weltgrößten Eisenerzproduzenten trifft der Verfall der Rohstoffpreise viel härter als die Firmen, die sich bloß als Zwischenhändler betätigen. Die Aktie der einstigen Staatsfirma - 1942 in einem Abkommen Brasiliens mit den USA und Großbritannien zur Kriegshilfe gegründet - ist seit fünf Jahren auf Talfahrt, im Einklang mit dem Erzpreis.

Wichtig bleibt der brasilianische Konzern dennoch. Ob Autos oder Häuser, Stahl ist noch immer der wichtigste Input und das dafür benötigte Eisen deshalb der wichtigste Industrierohstoff. Gut die Hälfte davon importiert Deutschland aus Brasilien - und das heißt vornehmlich von Vale Börsen-Chart zeigen, die sich des größten Bergwerks mit dem höchsten Erzgehalt rühmt.

Das bedeutet zwar im Vergleich zu Wettbewerbern niedrige Produktionskosten. Diese Position nutzt Vale aber im Einklang mit den großen australischen Rivalen BHP Börsen-Chart zeigen und Rio Tinto Börsen-Chart zeigen zu radikalem Dumping - auch auf Kosten der eigenen Rentabilität. Dazu tragen auch die 30 in Boomzeiten bestellten Valemax-Schiffe bei, mit 400.000 Tonnen Kapazität die größten Stückgutfrachter der Welt.

Ähnlich größenwahnsinnig wirkt ein weiteres Vale-Investment, das auch manchen deutschen Aktionären gut bekannt ist: das im Verein mit ThyssenKrupp Börsen-Chart zeigen gebaute Stahlwerk in Rio, das seit Jahren Milliardenverluste produziert. Trotz dieser Erfahrung wird das Experiment nun wiederholt. Ein weiteres Stahlwerk, diesmal gemeinsam mit Südkoreanern im Norden Brasiliens gebaut, steht kurz vor der Eröffnung.

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