Donnerstag, 21. November 2019

Unbekannte Wirtschaftsriesen Die größten Firmen, die Sie nicht kennen (aber kennen sollten)

3. Teil: Vitol

Briefkastenfirma: Eine der wichtigsten Adressen von Vitol in der Rohstoffhändlerstadt Genf
Vitol, Umsatz 270 Milliarden Dollar (offizielle Angabe für 2014)

"Ich muss zugeben, dass ich nicht allzu viel über sie weiß." Das sagt laut "Fortune" Dan Yergin, als Gründer des IHS-Cambridge-Energieinformationsdienstes einer der führenden Ölmarktexperten. Er sagt es über Vitol, den - nach allem, was man weiß - weltgrößten Rohstoffhändler.

Vitol bildet neben den zumeist ebenso obskuren Wettbewerbern wie Trafigura, Glencore oder Gunvor das Bindeglied zwischen den Lieferanten wie Aramco und den großen Absatzmärkten - zumindest, seit langfristige zwischenstaatliche Lieferverträge passé sind. Diese Firmen sind der Ölmarkt.

Über sich selbst gibt die 5000-Mitarbeiter-Firma bekannt, "wir haben jederzeit 200 Schiffe auf See". Auch an Raffinerien im Emirat Fudschaira und im bayerischen Vohburg an der Donau ist Vitol beteiligt.

Aber der Konzern selbst, 1966 von zwei Niederländern gegründet, ist kaum greifbar, beinahe heimatlos. Der von Shell gekommene Chef Ian Taylor (schon 20 Jahre im Amt) residiert in London. Es gibt eine niederländische Holding, einen Hauptsitz in Genf und weitere wichtige Handelsbüros.

Die Aktien gehören dem Vernehmen nach einigen hundert führenden Mitarbeitern, wobei kein einzelner ein größeres Paket besitzt - eine Partnerschaft, so wie früher die Investmentbanken organisiert waren. Doch Vitol handelt mit echter Ware statt nur Finanzkontrakten. Dafür sind die Gewinnmargen eher dünn.

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