Dienstag, 12. November 2019

Unbekannte Wirtschaftsriesen Die größten Firmen, die Sie nicht kennen (aber kennen sollten)

10. Teil: Amprion

Alles unter Kontrolle: Netzwarte von Amprion im Rheinland
Amprion, Umsatz 15 Milliarden Dollar (offizielle Angabe für 2014, umgerechnet aus Euro)

Seine Existenz verdankt Amprion der staatlichen Regulierung. Die Behörden verlangten eine Trennung der Energieversorger vom Netzbetrieb, um freien Wettbewerb auf den Leitungen zu gewährleisten, und so gründete RWE seine Tochter Amprion aus. Die gehört jetzt mehrheitlich einem Konsortium aus Versicherungen. Der Rest steht jetzt auch zur Disposition.

Die Versicherungen zählten wohl vor allem auf die staatlich garantierte Eigenkapitalrendite von 9 Prozent für neue Netzanlagen. In der Amprion-Bilanz erscheint allerdings eine magerere Marge.

Nach eigenen Angaben besitzt das Unternehmen das mit 11.000 Kilometern längste Höchstspannungs-Stromnetz in Deutschland. Wegen der zentralen Lage entlang des Rheins geht die Bedeutung der Firma weit darüber hinaus. Amprion koordiniert auch den Betrieb aller vier deutschen Regelzonen des Stromnetzes, ebenso wie den Austausch im europäischen Verbundnetz zwischen Belgien und Bulgarien.

Die Energiewende erschwert die Aufgabe, Spannungsschwankungen in dem komplexen Netz zu vermeiden. Hinzu kommen milliardenschwere Investitionen für den Netzausbau. Und jetzt hat die Bundesregierung auch noch Vorrang für teure Erdkabel statt neuer Strommasten beschlossen.

All das weckt offenbar nicht die Lust, als Unternehmen in den Vordergrund zu treten. Statt eines CEO führen zwei RWE-Veteranen das Unternehmen, das für Europas Stromversorgung so wichtig ist, als gleichberechtigte Geschäftsführer.

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