Montag, 1. Juni 2020

Investoren füllen Waymo-Kasse jetzt auf drei Milliarden Dollar auf "Es braucht immer mehr Ressourcen, immer mehr Geld"

Waymo-Autos in Arizona (Archivaufnahme)
Caitlin OaHara/ REUTERS
Waymo-Autos in Arizona (Archivaufnahme)

Der Roboterwagen-Entwickler Waymo hat seine jüngste Finanzierungsrunde um 750 Millionen Dollar auf drei Milliarden Dollar ausbauen können. Weitere Finanzfirmen sind jetzt eingestiegen, berichtet das "Wall Street Journal".

Die Entwicklung der Technologie verschlingt immer mehr Milliarden, die Erfolge stellen sich nur langsam ein. Gleichwohl sehen Großinvestoren offenbar noch hohes Potenzial in der Technologie. So hat Waymo nach eigenen Angaben zusätzliches Geld unter anderem von Investoren wie Perry Creek Capital, der T. Rowe Price Group sowie Fidelity Investments einwerben können. Es war die erste Finanzierungsrunde von Waymo mit externen Geldgebern.

Googles Roboterwagen-Programm ging in Waymo ging auf, die Firma gilt bei der Entwicklung von Systemen zum autonomen Fahren als besonders weit fortgeschritten. So experimentiert Waymo gerade mit einem Robotaxi-Service in Arizona und würde gerne Autohersteller mit seiner Roboterwagen-Technologie versorgen.

Die US-amerikanischen Mitfahrunternehmen Uber und Lyft bestätigten in diesem Monat beide ihr Interesse an autonomer Fahrtechnologie - obwohl oder gerade weil sie im Zuge der Corona-Pandemie erheblichen Arbeitsplatzabbau und Kostensenkungen angekündigt haben.

"Es braucht immer mehr Ressourcen, immer mehr Geld"

Waymo-Chef John Krafcik

Die Entwicklung autonom fahrender Autos gestaltet sich offenbar zusehends komplexer als gedacht - und die Corona-Krise lässt zugleich so manches Vorhaben ins Stocken geraten. Da Automobil- und Technologieunternehmen auf der ganzen Welt versuchen, die Auswirkungen des Coronavirus zu überwinden, ist noch nicht klar, inwieweit fahrerlose Autoprogramme betroffen sein könnten. Ford hatte im vergangenen Monat erklärt, dass es seinen Dienst für fahrerlose Fahrzeuge auf das Jahr 2022 verschiebe und auch seine Strategie überdenke wolle.

Die Erhöhung der Investorengelder für größere Unternehmen wie Waymo zeige, wie schwer die Technologie zu realisieren sei, betonte auch, Waymoo-Chef John Krafcik dem Bericht zufolge. Jeder Meilenstein der Entwicklung seit Beginn der Arbeit des Teams im Jahr 2009 sei nur noch komplexer geworden. "Es braucht immer mehr Ressourcen, immer mehr Geld, immer mehr Software-Ressourcen und immer mehr Hardware-Know-how", zitiert das "Wall Street Journal" den Waymo-Chef - noch fließt es.

Auch bei Wettbewerbern wie Cruise und Argo fließen Milliarden

Auch andere Player in dem Geschäft haben sich Milliarden gesichert. So vereinbarte Cruise, die Roboterwagen-Firma des Autokonzerns General Motors , bereits 2018 eine Geldspritze in Höhe von 2,25 Milliarden Dollar vom Investitionsfonds des japanischen Technologiekonzerns Softbank sowie weitere 2,75 Milliarden Dollar vom Autobauer Honda . Dann legten Finanzinvestoren noch einmal 1,15 Milliarden Dollar drauf. Insgesamt flossen jetzt also rund 7 Milliarden Dollar.

Volkswagen investierte im vergangenen Jahr 2,6 Milliarden Dollar in die gemeinsam mit Ford betriebene Roboterwagenfirma Argo.

mit dpa-afx

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