Sonntag, 5. April 2020

Kursrally der Krisenwährung Goldpreis auf Höhenflug - wie lange noch?

Goldmünze: Die Preise vieler Edelmetalle sind zuletzt deutlich gestiegen
Sven Hoppe / DPA
Goldmünze: Die Preise vieler Edelmetalle sind zuletzt deutlich gestiegen

Die wieder aufgeflammte Furcht vor den wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus-Ausbruchs hat den Goldpreis am Freitag über die Marke von 1640 Dollar je Feinunze Gold steigen lassen. Das Edelmetall verteuerte sich um 1,3 Prozent auf 1641 Dollar und liegt damit nur noch knapp unter seinem Rekordhoch von 1920 Dollar.

In Euro gerechnet ist Gold mit 1520 Euro je Feinunze Gold Börsen-Chart zeigen bereits so teuer wie nie zuvor. Europäische Anleger profitieren derzeit zusätzlich von den Wechselkursschwankungen zwischen Dollar und Euro. Da der Euro seit Jahresbeginn gegenüber dem Dollar an Wert verloren hat, müssen für eine Unze Gold entsprechend mehr Euro bezahlt werden. In den vergangenen 12 Monaten hat der Goldpreis in Euro bereits rund 300 Euro zugelegt, das ist eine Steigerung von mehr als 20 Prozent.

Mit exotischeren Metallen, die nicht in erster Linie als Investment oder Schmuck genutzt werden, sondern auch in der Industrie, ging es zum Teil noch deutlich rasanter nach oben als mit dem Goldpreis.

Beispiel Palladium Börsen-Chart zeigen: Das Weißmetall wird in der Autoindustrie verwendet. Immer schärfere Emissionsstandards weltweit haben die Nachfrage offenbar angekurbelt. Zudem sind Spekulanten auf den Markt aufmerksam geworden. Die Folge: Der Preis stieg allein in den vergangenen zwölf Monaten um mehr als 60 Prozent. Noch extremer war die Entwicklung bei Rhodium. Dessen Preis hat seit Anfang vergangenen Jahres um mehr als 300 Prozent zugelegt und notiert inzwischen in der Nähe seines Allzeithochs.

Anleger können da große Augen bekommen - und nach Möglichkeiten suchen, von solchen Preisentwicklungen zu profitieren. "Gold ist die ultimative Krisenwährung, wohingegen Platin und Palladium unter anderem in der Produktion für Autokatalysatoren benutzt werden und Silber in vielen Bereichen der Industrie zum Einsatz kommt", so Constantin Bolz vom Vermögensverwalter Portfolio Concept in Köln. "Sprich: Es gibt Edelmetalle, die hoch gehen, wenn es in der Wirtschaft bergab geht, und welche, die hoch gehen, wenn die Wirtschaft floriert."

Grundsätzlich gilt der Rückblick auf eine ansehnliche Wertentwicklung in der Geldanlage allerdings kaum als guter Hinweis auf einen idealen Einstiegszeitpunkt. Schließlich steigt kaum ein Wert endlos, irgendwann kommt es meist zu einer Korrektur oder gar einer Trendumkehr.

Bei vielen Edelmetallen dürfte gegenwärtig also Vorsicht geboten sein. Andererseits lassen sich auch Argumente für weiter steigende Preise finden. Unsicherheiten in der Weltpolitik wie der nach wie vor schwelende Handelskonflikt der USA mit China und der Europäischen Union etwa könnten die Nachfrage nach Gold Börsen-Chart zeigen und Silber Börsen-Chart zeigen auch in den kommenden Monaten stützen. Die treibenden Kräfte, die die Preise der Industriemetalle in den vergangenen Monaten haben steigen lassen, lösen sich vermutlich ebenfalls nicht von heute auf morgen auf. Führende Edelmetallunternehmen wie Degussa oder Heraeus haben nicht zuletzt vor dem Hintergrund in diesen Tagen ziemlich optimistische Prognosen für die Preisentwicklung im Jahr 2020 abgegeben.

"Das Niedrigzinsniveau sorgt dafür, dass Edelmetalle wegen fehlender Anlagealternativen für Anleger spannend bleiben", sagt auch Martin Siegel, Edelmetallexperte und Geschäftsführer der Stabilitas GmbH. Und Carsten Garbers, Portfoliomanager beim Vermögensverwalter Böker & Paul in Montabaur, sagt: "Gold besitzt ganz andere Werttreiber-Potenziale als die klassischen Anlageformen Aktien und Renten und genau dieser Fakt macht Gold so attraktiv."

Aber wie bekommen Anleger Edelmetalle, noch dazu zusätzliche zum üblichen Gold oder Silber, am besten in ihre Depots? Ein genauer Blick zeigt: Möglichkeiten gibt es einige - doch sie alle haben nicht zu übersehende Nachteile.

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