Talfahrt Gold erschüttert heftigster Kurseinbruch seit 1920

Der Goldpreis kennt kein Halten. Ein weiterer Kursrutsch brockte Anlegern nun einen Quartalsverlust um 22 Prozent ein. Das ist der stärkste Einbruch innerhalb eines Quartals seit 1920. Händler sprechen von "zwei Sargnägeln für den Goldpreis".
Goldbarren im Tresor der Schweizerischen Nationalbank in Bern: Kursverluste für Anleger summieren sich im Quartal auf 22 Prozent

Goldbarren im Tresor der Schweizerischen Nationalbank in Bern: Kursverluste für Anleger summieren sich im Quartal auf 22 Prozent

Foto: AP

London - Der Goldpreis hat seine Talfahrt fortgesetzt und ist am Mittwoch kräftig abgerutscht. Die Aussicht auf ein Abflauen der Geldschwemme durch die US-Notenbank habe den Preis für eine Feinunze (etwa 31 Gramm) an der Börse in London stark unter Verkaufsdruck gesetzt, hieß es unter Händlern.

Am Morgen rutschte der Goldpreis  um mehr als 3 Prozent ab und erreichte damit den tiefsten Stand seit September 2010. Laut Daten der Nachrichtenagentur Bloomberg verlor der Goldpreis im laufenden Quartal bereits etwa 22 Prozent und zeigte damit den stärksten Einbruch innerhalb eines Quartals seit 1920.

Auslöser für den aktuellen Kursrutsch sind überraschend starke Konjunkturdaten aus den USA und ein damit einhergehender Anstieg des US-Dollars. In der größten Volkswirtschaft der Welt setzt der Immobilienmarkt seine Erholung fort. Die US-Verbraucher sind so zuversichtlich wie lange nicht mehr, und auch Unternehmen investieren wieder kräftig.

"Es gibt derzeit zwei Sargnägel für den Goldpreis: Die Aussicht auf ein Auslaufen der ultralockeren Geldpolitik in den USA und die Kursgewinne beim US-Dollar, so beschreibt David Lennox, Analyst beim australischen Finanzdienstleister Fat Prophets, die aktuelle Lage. Die US-Notenbank hatte in der vergangenen Woche angekündigt, bei einer weiterhin guten Konjunkturentwicklung noch im laufenden Jahr mit dem Ausstieg aus dem milliardenschweren Anleihekaufprogramm zu beginnen.

Goldman Sachs verstärkt den Ausverkauf

Verstärkt wird der Verkaufsdruck beim Gold auch durch die US-Investmentbank Goldman Sachs, die zu Beginn der Woche die Preisprognose kräftig nach unten schraubte. Am Ende des laufenden Jahres erwartet Goldman Sachs den Goldpreis nur noch bei 1.300 Dollar. Zuvor war die Bank noch von 1.435 Dollar ausgegangen.

Noch schwärzer sieht die Preisprognose für 2014 aus: Hier senkte Goldman Sachs die Erwartung von 1.270 Dollar auf nur noch 1.050 Dollar. Zum Vergleich: Vor knapp zwei Jahren hatte der Goldpreis ein Rekordhoch bei 1.920 Dollar erreicht

kst/dpa
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