Dienstag, 26. Mai 2020

Ölpreis-Prognose Goldman Sachs erwartet steigende Ölpreise - Morgan Stanley noch längst nicht

Ölförderung in den USA: Weltweites Überangebot

Die US-Großbank Goldman Sachs rechnet mit einer Bodenbildung beim Ölpreis. Rivale Morgan Stanley hingegen zeigt sich pessimistisch: Der Kurs könnte noch einmal richtig ins Rutschen kommen.

Berlin/Frankfurt am Main - Der Ölpreis hat nach Einschätzung der US-Investmentbank Goldman Sachs Börsen-Chart zeigen seinen Tiefpunkt erreicht und wird sich mittelfristig wieder nach oben bewegen. "Es ist ein Niveau erreicht, bei dem die Angebotsseite in absehbarer Zeit reagieren dürfte", sagte Goldman-Sachs-Chefökonom Jan Hatzius der "Wirtschaftswoche".

"Ich erwarte mittelfristig keinen weiteren Rückgang beim Ölpreis", so Hatzius. Der niedrige Ölpreis dämpfe die Investitionen in Förderungskapazitäten. "Das führt längerfristig zu einer Verknappung des Angebots und einem tendenziellen Anstieg des Ölpreises."

Der Wirtschaftsexperte rechnet damit, dass der niedrige Ölpreis die Konjunktur etwa in der Euro-Zone stabilisiert. "Ich rechne mit einem Wachstum in der Euro-Zone von knapp einem Prozent. Auch die Abwertung des Euro dürfte einen leichten konjunkturellen Impuls geben."

Eine gesenkte Preisprognose von Morgan Stanley Börsen-Chart zeigen hat den Ölpreis derweil am Montag belastet. Die richtungsweisende Rohöl-Sorte Brent Börsen-Chart zeigen aus der Nordsee verbilligte sich in der Spitze um 1,9 Prozent auf 67,73 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notierte 1,8 Prozent tiefer bei 64,63 Dollar.

Ohne eine Intervention der Opec könnten die Märkte aus den Fugen geraten, schrieben die Analysten in einer Studie. Das Überangebot dürfte im zweiten Quartal 2015 einen Höchststand erreichen.

Die Morgan-Stanley-Analysten erwarten für 2015 einen Brent-Preis von 70 Dollar und für 2016 von 88 Dollar je Fass. In vorherigen Schätzungen hatten sie Preise von 98 beziehungsweise 102 Dollar vorhergesagt. Im schlimmsten Fallen könnte der Preis im zweiten Quartal des nächsten Jahres bis auf 43 Dollar je Fass zurückgehen, erklärten die Analysten.

Seit Juni sind die Ölpreise vor allem wegen der Wirtschaftsflaute in Europa und China um mehr als ein Drittel gesunken. Das Öl-Kartell Opec entschied Ende November, die Öl-Fördermenge trotz des rasanten Preisverfalls nicht zu kürzen.

ts/dpa-afx/rtr

© manager magazin 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung