Montag, 20. Mai 2019

Skandal um Staatsfonds 1MDB weitet sich aus Wusch Goldman Sachs Millionen in Singapur?

Skyline Singapur

Der mutmaßliche milliardenschwere Geldwäscheskandal um den malaysischen Staatsfonds 1MDB beschäftigt jetzt die Ermittler in Singapur. Sie prüfen, ob Banker von Goldman auch in dem Stadtstaat an dem Skandal beteiligt waren. Singapur arbeite eng mit dem US-Justizministerium zusammen und habe Anklage gegen zwei Ex-Goldmänner erhoben, heißt es.

Der seit Jahren andauernde Streit um einen mutmaßlichen Korruptions- und Geldwäscheskandal beim malaysischen Staatsfonds 1MDB zieht für Goldman Sachs Börsen-Chart zeigen wohl immer weitere Kreise. Der Stadtstaat Singapur untersucht nun auch die Rolle der örtlichen Niederlassung der US-Bank, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg am Freitag unter Berufung auf Insider. Bisher hatte Singapur nur das Verhältnis von Goldman zum Staatsfonds beleuchtet, aber nicht eine mögliche Verwicklung der Bankmanager vor Ort.

Nun werde geprüft, ob bei Goldmans Niederlassung in Singapur ein Teil der rund 600 Millionen US-Dollar Gebühren gelandet sind, die die Bank bei der Ausgabe dreier Anleihen für den 1MDB-Fonds eingestrichen haben soll, berichtete Bloomberg weiter.

Goldman arbeite mit den Behörden in Singapur zusammen, sagte ein Sprecher der US-Bank. Singapurs Behörden wollten sich nicht äußern. Für die US-Bank könnte sich eine weitere Front im Kampf um ihren Ruf auftun: Singapur soll laut Bloomberg eng mit dem US-Justizministerium zusammenarbeiten und gegen zwei ehemalige Goldman-Banker Anklagen vorgelegt haben.

Singapur arbeitet wohl mit US-Justizministerium zusammen

Die US-Staatsanwaltschaft vermutet laut Bloomberg, dass mehr als 4,5 Milliarden US-Dollar aus 1MDB durch ein kompliziertes Netz von undurchsichtigen Transaktionen und betrügerischen Strohmännerfirmen flossen, um den extremen Ausgabenrausch korrupter Beamter und ihrer Mitarbeiter zu finanzieren.

Vor kurzem erst hat Malaysia Goldman Sachs verklagt. Die Regierung fordert Milliardenstrafen von der US-Bank und will zwei ehemalige Mitarbeiter für bis zu zehn Jahre ins Gefängnis bringen.

Goldman Sachs wies die Anschuldigungen aus Malaysia Anfang der Woche zurück und kündigte an, sich energisch zu verteidigen. Die Wall-Street-Firma betonte, weiterhin bei allen Ermittlungen zu kooperieren.

Der 1MDB-Fonds, aus dem Gelder verschwunden und an malaysische Regierungsmitglieder zurückgeflossen sein sollen, war 2009 zur Wirtschaftsförderung des Landes eingerichtet worden. Wegen Betrugs- und Geldwäscheverdachts laufen schon länger weltweite Ermittlungen unter Leitung des US-Justizministeriums.

rei mit dpa-afx

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