Montag, 18. November 2019

Insolvenzverwalter hat 500 Kilo Edelmetall erfasst PIM-Gold-Opfer werden "einige Jahre" auf Geld warten müssen

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AP

Nach der Insolvenz des mutmaßlich betrügerischen Goldhändlers PIM hat der vorläufige Insolvenzverwalter eine halbe Tonne Edelmetall erfasst und bestätigte damit am Montag offiziell eine frühere Meldungen des Informationsdienstes "Investmencheck". Bei der Suche nach Vermögenswerten habe sich der Rechtsanwalt Renald Metoja einen Überblick über sichergestellte Gold- und andere Edelmetall-Bestände in Depots und einem Ausstellungsraum der Firma verschafft.

Nach ersten Schätzungen handle es sich um rund 500 Kilogramm, teilte der vorläufige Insolvenzverwalter am Montag mit. Darunter seien Goldbarren sowie Münzen und Schmuck, teils auch aus anderen Edelmetallen. Echtheit, Werte und Mengen würden von einem Gutachter geprüft.

Auswertung der Buchhaltung beginnt

Metoja hat auch mit der Auswertung der Buchhaltung von PIM Gold begonnen. Man durchforste sämtliche Unterlagen, um Zahlungsströme nachzuvollziehen. Die Buchhaltung sei aber nicht auf dem aktuellen Stand und für 2018 und 2019 lückenhaft. Parallel würden elektronische Daten gesichert, etwa Festplatten, Server und E-Mails. "Das ist eine Fleißarbeit, die voraussichtlich Wochen in Anspruch nehmen wird."

Gegen Verantwortliche der PIM Gold aus Heusenstamm in Hessen laufen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Darmstadt. Anfang September wurden Geschäftsräume durchsucht, Gold beschlagnahmt und eine Person festgenommen - unter anderem wegen des Vorwurfs des gewerbsmäßigen Betrugs. In der Folge meldeten die Firma Insolvenz an. Nach früheren Schätzungen könnten mindestens 10.000 Anleger betroffen sein, hauptsächlich Kleininvestoren.

PIM Gold hatte bei Investoren über Jahre Gelder zum Kauf von rund 3,4 Tonnen Gold mit einem aktuellen Marktwert von etwa 150 Millionen Euro eingesammelt. Die Staatsanwaltschaft Darmstadt hat den Verdacht, dass ein großer Teil des Goldes nicht vorhanden ist - und die PIM-Verantwortlichen ein Schneeballsystem betrieben haben. Der Anwalt des Hauptverdächtigen Mesut P. wollte sich dazu bei einer Anfrage Mitte September nicht äußern.

Anwalt Metoja rechnet mit einer Eröffnung des Insolvenzverfahrens im Dezember. Erst danach könnten Gläubiger ihre Ansprüche anmelden. Bis zur Auszahlung einer möglichen Quote dürften "einige Jahre" vergehen.

rei/dpa

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