Mittwoch, 22. Januar 2020

Trump lässt Gold-Anleger hoffen Wie die Krisenwährung Gold auf neue US-Präsidenten reagiert

Hoffnung für Goldfans: Warum Sie jetzt Gold kaufen können
DPA

Nach der US-Präsidentenwahl war der Goldpreis abgestürzt, nun erholt er sich wieder. Ein Rückblick auf die letzten 40 Jahre zeigt: je größer die Lücke zwischen Wahlversprechen und Realität, desto besser für Gold.

Wer als Besitzer von Goldbeständen noch einen Grund zum Optimismus braucht, findet ihn anlässlich der Amtsübernahme des neuen US-Präsidenten Donald Trump in der Historie des Goldpreises: Seit den Siebzigerjahren gab es sieben Jahre, in denen neue US-Präsidenten ins Weiße Haus eingezogen sind. Und in fünf dieser sieben Jahre stieg über die gesamten zwölf Monate betrachtet der Goldpreis.

Ein Zufall? Wohl kaum, glaubt Axel Merk vom US-Investmenthaus Merk Investments. "Es ist meist so, dass es mit dem neuen Präsidenten eine Menge Euphorie gibt - und dann kommt die Realität", sagte Merk der US-Nachrichtenagentur Bloomberg. "Es ist schwierig, die angekündigten politischen Maßnahmen in die Tat umzusetzen."

Sprich: Erst überwiegt der Optimismus, was gut für Risikoanlagen wie beispielsweise Aktien sein kann, und dann kommt die raue Wirklichkeit, was im Zweifel dem Goldpreis nützt. So war es in der Vergangenheit, so könnte es auch aktuell sein. "Wir haben keine Ahnung, was mit einigen von Trumps Plänen geschehen wird", so Merk der mit seiner Firma 120 Millionen Dollar in Gold-Fonds investiert hat. "Gold ist relativ günstig und wird steigen", ist er sich daher sicher.

Je stärker Trump enttäuscht, desto besser für Gold

Ein Blick auf die vergangenen Wochen zeigt, dass der Anlageexperte mit seiner Einschätzung richtig liegen könnte. Mehr als bei vielen neu gewählten US-Präsidenten zuvor setzte mit dem Wahlsieg Trumps eine Euphorie an den Finanzmärkten ein. Im Glauben an einen starken Wirtschaftsaufschwung in den Vereinigten Staaten verkauften Anleger in großer Zahl US-Anleihen und stiegen vornehmlich auf Aktien amerikanischer Unternehmen um.

Weil so Gelder aus aller Welt in Richtung USA flossen, zog parallel zur US-Börse auch der Dollar kräftig an. Der Goldpreis, der sich in der ersten Hälfte 2016 prächtig entwickelt hatte, geriet nach Trumps Wahl dagegen zunächst unter Druck.

Doch inzwischen deutet sich eine Wende an: Schon gegen Ende vergangenen Jahres verlor der Trump-Hype an Schwung. Immer größer wird offenbar die Sorge, die Märkte könnten Trumps Versprechungen zu viel Gewicht beigemessen haben. In den fünf Tagen vor Trumps Amtsübernahme verlor der Dow Jones Börsen-Chart zeigen Index jeweils an Wert - fünf Tage in Folge.

Jüngster Hinweis für die wachsende Skepsis: In dieser Woche musste der künftige US-Finanzminister Steven Mnuchin vor dem Finanzausschuss des US-Senats antreten. Eine 35-prozentige Steuer auf Produkte, die außerhalb der USA produziert und eingeführt würden - so etwas sei bislang nicht ernsthaft geplant, sagte Mnuchin dort. Dabei gehörte die Drohung mit derartigen "Strafzöllen" bislang zum regelmäßigen Bestandteil in Trumps Attacken gegen Unternehmen aus aller Welt.

Seite 1 von 2

© manager magazin 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung