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Hoffnung für Goldfans: Warum Sie jetzt Gold kaufen können

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Trump lässt Gold-Anleger hoffen Wie die Krisenwährung Gold auf neue US-Präsidenten reagiert

Nach der US-Präsidentenwahl war der Goldpreis abgestürzt, nun erholt er sich wieder. Ein Rückblick auf die letzten 40 Jahre zeigt: je größer die Lücke zwischen Wahlversprechen und Realität, desto besser für Gold.
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Wer als Besitzer von Goldbeständen noch einen Grund zum Optimismus braucht, findet ihn anlässlich der Amtsübernahme des neuen US-Präsidenten Donald Trump in der Historie des Goldpreises: Seit den Siebzigerjahren gab es sieben Jahre, in denen neue US-Präsidenten ins Weiße Haus eingezogen sind. Und in fünf dieser sieben Jahre stieg über die gesamten zwölf Monate betrachtet der Goldpreis.

Ein Zufall? Wohl kaum, glaubt Axel Merk vom US-Investmenthaus Merk Investments. "Es ist meist so, dass es mit dem neuen Präsidenten eine Menge Euphorie gibt - und dann kommt die Realität", sagte Merk der US-Nachrichtenagentur Bloomberg. "Es ist schwierig, die angekündigten politischen Maßnahmen in die Tat umzusetzen."

Sprich: Erst überwiegt der Optimismus, was gut für Risikoanlagen wie beispielsweise Aktien sein kann, und dann kommt die raue Wirklichkeit, was im Zweifel dem Goldpreis nützt. So war es in der Vergangenheit, so könnte es auch aktuell sein. "Wir haben keine Ahnung, was mit einigen von Trumps Plänen geschehen wird", so Merk der mit seiner Firma 120 Millionen Dollar in Gold-Fonds investiert hat. "Gold ist relativ günstig und wird steigen", ist er sich daher sicher.

Je stärker Trump enttäuscht, desto besser für Gold

Ein Blick auf die vergangenen Wochen zeigt, dass der Anlageexperte mit seiner Einschätzung richtig liegen könnte. Mehr als bei vielen neu gewählten US-Präsidenten zuvor setzte mit dem Wahlsieg Trumps eine Euphorie an den Finanzmärkten ein. Im Glauben an einen starken Wirtschaftsaufschwung in den Vereinigten Staaten verkauften Anleger in großer Zahl US-Anleihen und stiegen vornehmlich auf Aktien amerikanischer Unternehmen um.

Weil so Gelder aus aller Welt in Richtung USA flossen, zog parallel zur US-Börse auch der Dollar kräftig an. Der Goldpreis, der sich in der ersten Hälfte 2016 prächtig entwickelt hatte, geriet nach Trumps Wahl dagegen zunächst unter Druck.

Doch inzwischen deutet sich eine Wende an: Schon gegen Ende vergangenen Jahres verlor der Trump-Hype an Schwung. Immer größer wird offenbar die Sorge, die Märkte könnten Trumps Versprechungen zu viel Gewicht beigemessen haben. In den fünf Tagen vor Trumps Amtsübernahme verlor der Dow Jones  Index jeweils an Wert - fünf Tage in Folge.

Jüngster Hinweis für die wachsende Skepsis: In dieser Woche musste der künftige US-Finanzminister Steven Mnuchin vor dem Finanzausschuss des US-Senats antreten. Eine 35-prozentige Steuer auf Produkte, die außerhalb der USA produziert und eingeführt würden - so etwas sei bislang nicht ernsthaft geplant, sagte Mnuchin dort. Dabei gehörte die Drohung mit derartigen "Strafzöllen" bislang zum regelmäßigen Bestandteil in Trumps Attacken gegen Unternehmen aus aller Welt.

Worauf Goldfans in der Euro-Zone besonders achten müssen

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Die Folge der allmählichen Ernüchterung: Die Aktienmärkte vor allem in den USA stagnieren seit einigen Wochen - und der Goldpreis hat wieder kräftig zugelegt. Allein im laufenden Jahr stieg Gold in Dollar um etwa fünf Prozent, während beispielsweise der US-Aktien-Leitindex Dow Jones  nicht über die Marke von 20.000 Punkten hinwegkommt.

Und dabei wird es etwa nach Ansicht des US-Hedgefonds-Milliardärs George Soros nicht bleiben. Der erklärte Trump-Gegner äußerte jüngst beim Weltwirtschaftsforum in Davos eine regelrechte Tirade gegen den künftigen US-Präsidenten - und sagte den Aktienmärkten düstere Zeiten voraus. Soros hat allerdings seit dem Trump-Sieg im November vergangenen Jahres selbst bereits erhebliche Verluste erlitten, weil er die Reaktion der Märkte falsch einschätzte.

So oder so: Einiges spricht dafür, dass es mit Gold auch in den kommenden Monaten aufwärts gehen könnte. Zum Beispiel der Blick auf bisherige Jahre der Amtseinführung neuer US-Präsidenten: 1974, als Gerald Ford das Amt nach dem Watergate-Skandal vom zurückgetretenen Richard Nixon übernahm, stieg der Goldpreis um 72 Prozent und damit stärker als in jedem späteren Jahr der Inauguration. Den zweithöchsten Goldpreisgewinn gab es mit 24 Prozent 2009, als Barack Obama mitten in der Finanzkrise das Weiße Haus bezog. Zudem legte das Edelmetall in den Jahren 1977 (Amtsübernahme von Jimmy Carter), 1993 (Bill Clinton) sowie 2001 (George W. Bush) zu.

Die einzigen US-Präsidenten seit Anfang der Siebzigerjahre dagegen, die Goldfans zu ihrem Amtsantritt keine Gewinne bescherten, waren Ronald Reagan 1981 sowie George H. W. Bush 1989.

Zudem gibt es weitere Faktoren, die den Wert des Edelmetalls künftig steigern könnten:

  • In Europa gibt es gleich eine ganze Reihe an Risiken, die sich an den Finanzmärkten auswirken können, vom Austritt der Briten aus der EU über die schwelende Euro-Schuldenkrise bis hin zum Vormarsch eurokritischer Populisten in vielen Ländern auf dem alten Kontinent. "Die politische Unsicherheit ist gut für das Thema Gold", sagt Alexandra von Kalnein von Hyde Park Investment.
  • Steigende Inflationsraten in Europa und den USA können auch den Goldpreis steigen lassen. Denn Gold gilt traditionell als Schutz gegen Geldentwertung.
  • Goldminen schränken angesichts des niedrigen Preisniveaus bereits die Förderung ein. In bestehende Vorkommen wird weniger investiert und auch die Ausgaben der Goldfirmen für die Entdeckung neuer Funde gehen zurück.
  • Die Geldflut von Notenbanken wie der EZB führt an den Finanzmärkten zu einem erheblichen Rückschlagsrisiko. Auch das verbessert die Aussichten auf einen langfristigen Anstieg des Goldpreises.

Eines sollten Goldkäufer in der Eurozone allerdings beachten: Der Goldpreis wird in Dollar notiert, und die Entwicklung der US-Währung spielt eine wesentliche Rolle dafür, wie sich das Gold in Depots in der Eurozone entwickelt. Vor allem in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres stieg der Dollar zum Euro, wodurch sich auch Gold aus Sicht hiesiger Anleger relativ gesehen verteuerte. Viele Experten sagten dem Greenback zuletzt weitere Gewinne bis hin zu einer möglichen Parität zum Euro voraus.

Sollte jedoch die Ernüchterung über Trump und seine Wirtschaftspolitik weiter voranschreiten, könnte es auch anders kommen: Der Anstieg des Dollars könnte gebremst oder gar umgekehrt werden - das wäre dann für Goldkäufer aus der Eurozone wiederum keine so gute Nachricht.

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