Brexit-Day in UK Please leave!!!

... dann nehmt es Euch doch.

... dann nehmt es Euch doch.

Foto: Getty Images

Es ist mal wieder soweit: Der Weltuntergang steht vor der Tür. Arbeitstitel diesmal: Brexit. Nicht auszudenken, was passieren wird, sollten sich die Briten am 23. Juni tatsächlich für den Austritt aus der EU entscheiden. Politik, Wirtschaft, Archäologie, Neurochemie - kein Stein bleibt dann in Europa auf dem anderen, wie es scheint. Experten zufolge würde im Falle eines Brexits sogar die ostfriesische Uferschnepfe ihr Brutverhalten verändern. Der SPIEGEL hat wegen der Tragweite des Ereignisses schon ein ganzes Team von Redakteuren zusammengestellt.

Immerhin, es gibt inzwischen eine gewisse Routine mit bevorstehenden Weltuntergängen. Wir erinnern uns: In den 1980er Jahren wäre die Welt beinahe untergegangen, weil zu viel saurer Regen fiel. Später entkamen wir dem Ende aller Tage nur um ein Haar, als monatelang kein einziger Computer in der Lage war, fehlerfrei von der Jahreszahl 1999 auf 2000 umzuschalten. (Glücklicherweise waren dann im entscheidenden Moment überraschend doch alle Computer weltweit dazu in der Lage. Was war das für ein Aufatmen!)

Vom 23. Dezember 2012 wollen wir erst gar nicht reden (Stichwort: Maya-Kalender).

Nun also der Brexit. Glaubt man den Fachleuten, dann kommt, sofern sich die Briten am 23. gegen die EU entscheiden, ungefähr folgendes auf uns zu:

  • 24. Juni, 0.01 Uhr: Premierminister David Cameron tritt zurück und stürzt sich in die Themse. Regierungskrise.
  • Gleicher Tag, 0.02 Uhr: Boris Johnson zeigt sich zutiefst schockiert, ist aber spontan bereit, das Amt zu übernehmen. Ende der Regierungskrise.
  • An der Börse fällt der britische Aktienindex FTSE 100 auf minus 1432 Punkte. Auch der Dax stürzt und landet auf einem Rekordtief von minus 2573 Punkten. Erstmals in der Geschichte notieren beide Indizes damit im negativen Bereich!
  • Großbritanniens Wirtschaft schrumpft 2017, 2018 und 2019 um jeweils minus 45 Prozent. Das Finanzzentrum Londons, bisher die Festung der britischen Wirtschaft, verwandelt sich in eine Geisterstadt, bewohnt nur noch von Pennern, Kanalratten und Immobilienmaklern. Die Arbeitslosenquote Großbritanniens steigt auf 120 Prozent.
  • Weil die EU so eng mit Großbritannien verbandelt ist, passiert mit Verzögerung exakt das gleiche in ALLEN Mitgliedsstaaten: Rezession, Depression, Verwahrlosung.

Andererseits wird die Zeit nach dem Brexit auch die Hochzeit der Spekulanten an den Finanzmärkten:

  • Das britische Pfund verliert so stark an Wert, dass man schon im August für kaum fünf Euro ein Wochenende in London verbringen kann, Flug, Fünf-Sterne-Premium-Luxushotel und 14 Musical-Besuche inklusive.
  • Weil britische Arbeiter und Angestellte bis Ende Juni 90 Prozent der weltweiten Goldbestände aufgekauft haben werden, schießt der Goldpreis durch die Decke. Mit einer Münze "Britannia" kann ein Durchschnittsbrite seine Familie daher bis einschließlich 2018 gut versorgen.
  • Auch George Soros, 85, hat Grund zur Freude: Der Hedgefonds-Milliardär hat nicht nur dringend vor einem Brexit gewarnt, sondern selbstverständlich gleichzeitig auch auf einen solchen gewettet. So kann er seinen Wagenpark auf seine alten Tage noch einmal um einen nagelneuen, vollvergoldeten Rollator erweitern, Marke Lamborghini.

Kurzum: Der Weltuntergang, der uns nach dem Brexit bevorsteht, stellt in jeder Hinsicht alles in den Schatten, was wir bisher an Weltuntergängen erlebt haben. Auch der Weltuntergang, der wegen sauren Regens drohte, der Weltuntergang, den zur Jahrtausendwende die Computer beinahe verursacht hätten, sowie der Fast-Weltuntergang, auf den 2012 der Maya-Kalender hinwies, können da nicht mithalten.

Deshalb der dringende Appell an die Briten: Bitte, bitte, gönnen wir uns den Spaß!

Please leave!!!

Andererseits, wenn es wieder nichts wird, auch nicht schlimm. Im November sind Wahlen in Amerika, dann droht der völlig durchgeknallte Donald Ich-stürze-die-Welt-in-den-Abgrund Trump US-Präsident zu werden.

Die nächste Apokalypse steht also schon vor der Tür. Oder auch nicht.

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