Dienstag, 20. August 2019

Sachwerte als Geldanlage Suchmaschine soll Graumarkt transparenter machen

Nicht den Überblick verlieren: Geschlossene Fonds investierten in den vergangenen Jahren vielfach auch in Immobilien, etwa in der fernöstlichen Metropole Hongkong (Bild)

Geschlossene Fonds gelten als klassisches Produkt des grauen Kapitalmarktes. Wer sich darüber informieren will, muss oft umständlich recherchieren - bislang. Kommende Woche startet eine Suchmaschine im Internet, die das zumindest ein wenig ändern dürfte.

Hamburg - Für Anleger ist es eine gute Sache, aber ob sich auch alle Anbieter von Vermögensanlagen am grauen Kapitalmarkt darüber freuen werden? Unter der Adresse efonds.com startet die eFonds Group mit Sitz in München in der kommenden Woche eine neue Suchmaschine für geschlossenen Fonds, oder, wie sie seit Inkrafttreten des neuen Kapitalanlagegesetzbuches von der Branche lieber genannt werden: Sachwertinvestments. Der Markt für solche Beteiligungen erhält damit ein Tool, das zu mehr Transparenz führen dürfte.

Rund 10.000 im Laufe der vergangenen Jahre platzierte geschlossene Fonds finden sich in der Datenbank, so eFonds gegenüber manager magazin online. Darunter mehr als 5000 Immobilienfonds und über 3000 Schiffsbeteiligungen. Nutzer können nach Fondsnamen, Fondstypen oder Anbietern suchen und die Ergebnisse nach verschiedenen Kriterien sortieren.

Ein Vorabtest durch manager magazin online ergab: Mit wenigen Mausklicks lässt sich beispielsweise erkennen, welche Immobilienfonds mit Anlageziel Holland in der Vergangenheit erfolgreich waren - oder welche eher nicht. Ebenso lässt sich gezielt die Performance der Beteiligungsangebote bestimmter Initiatoren anzeigen.

Detailinformationen und Downloads

Für solche Informationen war bislang eine längere Recherche erforderlich. Auf der Ebene der einzelnen Fondsgesellschaften sind zudem eine Vielzahl von Detailinformationen gespeichert, bis hin zur exakten Darstellung des bisherigen Ausschüttungsverlaufs im Soll-Ist-Vergleich und der Möglichkeit, Dokumente wie den Emissionsprospekt oder Steuerinformationen herunterzuladen.

Der Wermutstropfen für Privatanleger ist allerdings: Nicht alle diese Informationen über bereits am Markt befindliche Fondsgesellschaften sind öffentlich. Für einiges müssen Nutzer eine Lizenz erwerben, aus Gründen des Datenschutzes, wie es bei eFonds heißt. Die einfache Lizenz soll demnach 350 Euro im Jahr kosten. Wer auch die umfangreichen Download-Angebote nutzen will, muss sogar 12.000 Euro im Jahr berappen.

Mit Blick nach vorn sieht es dagegen erfreulicher aus: Die unter den Regeln des Mitte 2013 in Kraft getretenen Kapitalanlagegesetzbuches emittierten sogenannten Publikums-Investmentvermögen stellen öffentliche Produkte dar, so eFonds. Informationen über diese Investmentvehikel wie beispielsweise Angaben über Kapitalverwaltungsgesellschaften, Verwahrstellen sowie - wohl am wichtigsten - Bewertungen können daher auf efonds.com frei zur Verfügung gestellt werden. Auch das wäre ein Novum, eine vergleichbare Übersicht ist im Internet bislang nicht bekannt.

Ob diese Informationen tatsächlich im vollen Umfang kostenlos veröffentlicht werden, hat eFonds jedoch offenbar noch nicht abschließend entschieden. Bislang gibt es allerdings ohnehin erst eine Handvoll Publikumsfonds nach neuen Recht, emittiert zum Beispiel von den Firmen Hamburg Trust, Jamestown sowie Aquila Capital.

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