Donnerstag, 27. Juni 2019

Fondsdebakel Wie sich 45 Millionen Dollar Stupid German Money in Luft auflösten

Zahlen zum Gruseln: So präsentiert HPC das Drama den Fondsanlegern
REUTERS

Missmanagement, Marktkrise, Betrug - gewöhnlich reicht schon eins davon aus, um ein Investment in die Knie zu zwingen. Bei zwei Fonds von HPC Capital aus Hamburg kam gleich alles zusammen. Rekonstruktion eines grandiosen Geldanlage-Desasters.

Hamburg - In einem Thai-Restaurant im Herzen Hamburgs treffen wir Michael Pirgmann. Er ist einer der Gründer des Fondsemissionshauses HPC Capital mit Sitz direkt an der Binnenalster. Vor etwa acht Jahren beschlossen er und der Rest der HPC-Spitze, ein neues Investmentkonzept auszuprobieren: Die Vergabe von Krediten an Unternehmen in den USA. Pirgmann war damals ein wenig stolz auf diese Idee.

Auch etwa 1800 private Anleger fanden den Ansatz überzeugend. Sie steckten insgesamt rund 60 Millionen Dollar in zwei Fondsgesellschaften, genannt HPC US Hypotheken 1 und 2 (siehe Kasten links). In den Vertriebsunterlagen wurde die Sicherheit des Konzepts hervorgehoben und eine ansehnliche Rendite in Aussicht gestellt.

Inzwischen dürften die meisten Investoren ihr Engagement allerdings bereuen: Nach derzeitigem Stand sind aus den 60 Millionen Dollar bis heute etwa sechs Millionen geworden, plus Ausschüttungen von rund 15 Prozent, die zwischendurch geflossen sind. Der Rest ist wohl perdu.

Im Klartext heißt das: Innerhalb weniger Jahre haben sich jenseits des Atlantiks rund 45 Millionen Dollar Anlegergelder in Luft aufgelöst. Bei Rind, Reis und gebratenem Gemüse wüssten wir von Pirgmann nun gerne, wie das passieren konnte.

Es entsteht die Rekonstruktion eines einzigen, großen Geldanlage-Desasters, Missmanagement, Marktkrise und angeblicher Betrug inklusive:

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