Aktie auf Jahreshoch Übernahmefantasien beflügeln Celesio

Plus 20 Prozent: Aktien des Pharmahändlers Celesio sind heute auf ein neues Jahreshoch geklettert. Auch wenn die Übernahmefantasien nach Meinung eines Händlers "überhaupt nicht neu" sind, scheint es für die Papiere noch Luft nach oben zu geben.
Kommissioniermaschine für Medikamente: Es ist nicht das erste Mal, dass Celesio Börsenfantasien entfacht

Kommissioniermaschine für Medikamente: Es ist nicht das erste Mal, dass Celesio Börsenfantasien entfacht

Foto: Marijan Murat/ picture alliance / dpa

Frankfurt am Main - Neu entfachte Übernahmefantasien haben den Aktien des Pharmahändlers Celesio  am Dienstag zu einem Kurssprung von fast 20 Prozent verholfen. Das "Wall Street Journal Deutschland" berichtete unter Berufung auf mehrere Insider, der US-Pharmahändler McKesson führe fortgeschrittene Gespräche über eine Komplettübernahme von Celesio.

Noch im Oktober könnten die Amerikaner ein Angebot vorlegen, das eine Übernahmeprämie von rund 30 Prozent beinhalten könnte, hieß es. Das entspreche einem Kaufpreis von rund 22 Euro je Aktie und bewerte das Stuttgarter Unternehmen - inklusive Schulden - mit rund 5,4 Milliarden Euro. Allerdings sei der Deal noch nicht in trockenen Tüchern und könnte noch platzen, hieß es in dem Bericht.

Die im Nebenwerteindex MDax  gelisteten Celesio-Aktien kletterten auf ein neues Jahreshoch von 20,33 Euro. Damit wird Celesio an der Börse mit rund 3,5 Milliarden Euro bewertet.

Sprecher von Celesio und Mehrheitsaktionär Haniel lehnten eine Stellungnahme ab. Der US-Konzern McKesson war zunächst nicht erreichbar.

Celesio-Chefin Helmes: "Durchaus Chancen"

In einem am Dienstag veröffentlichten Interview hatte Celesio-Chefin Marion Helmes ein Zusammengehen mit einem amerikanischen Wettbewerber - um etwa im Einkauf von Generika Einsparungen zu erzielen - für derzeit nicht erforderlich bezeichnet. "Für uns besteht keine unmittelbare Notwendigkeit für ein solches Bündnis, auch wenn es durchaus Chancen mit sich bringen könnte", sagte sie der "Börsen-Zeitung".

Auch die Äußerungen des Duisburger Mischkonzerns Haniel, der 50,01 Prozent der Celesio-Anteile hält, deuteten zuletzt nicht auf eine Übernahme hin. Celesio sei ein Ankerinvestment, hatte das Unternehmen erklärt. Haniel hatte 2012 einen Rekordverlust eingefahren.

"Die Spekulation ist überhaupt nicht neu", kommentierte DZ-Bank-Analyst Thomas Maul die Gerüchte. Berichte über eine mögliche Übernahme von Celesio durch einen US-Konkurrenten hatten der Aktie bereits vor einigen Monaten kräftig Auftrieb gegeben. Damals hieß es Berichten zufolge, der inzwischen geschasste Celesio-Chef Markus Pinger habe seine US-Kontakte genutzt und eine Allianz mit McKesson und Cardinal Health ausgelotet, die auch eine Beteiligung an Celesio einschließen könnte. Im Juli hatte der Aufsichtsrat aber Pinger nach nicht einmal zwei Jahren an der Firmenspitze wegen unterschiedlicher Auffassungen über die Führung des Pharmahändlers vor die Tür gesetzt. Das hatte den Spekulationen einen Dämpfer verpasst.

ts/rtr
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