Modeclan hinter Brückenbetreiber Genuas Brückeneinsturz kostet Familie Benetton Milliarden

Eingestürzte Brücke in Genua: Teure Katastrophe für die Benettons.

Eingestürzte Brücke in Genua: Teure Katastrophe für die Benettons.

Foto: Luca Zennaro/ dpa

Der Brückeneinsturz von Genua, bei dem in der vorigen Woche 43 Menschen ums Leben kamen, ist eine nationale Katastrophe für Italien. Bei der Unternehmerfamilie Benetton, die zu den reichsten Sippen des Landes gehört, schlägt der Kollaps der Morandi-Brücke zudem heftig ins Kontor.

Der Grund: Die Benettons, bekannt durch ihr gleichnamiges Modelabel, kontrollieren laut Nachrichtendienst Bloomberg  rund 30 Prozent der Anteile der Atlantia SpA, jener Firma also, die die Morandi-Brücke betrieb. Laut Bloomberg bildet der Atlantia-Anteil die drittgrößte Position im Portfolio der Benettons, deren Vermögen insgesamt auf mehr als elf Milliarden Euro beziehungsweise 13 Milliarden Dollar geschätzt wird.

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Reuters

Laut Bloomberg kostete der Brückeneinsturz sowie der darauffolgende Einbruch der Atlantia-Aktie um etwa 26 Prozent die Benettons insgesamt bislang etwa 1,7 Milliarden Euro ihres Vermögens. Die Familie habe Hilfe für die Opfer der Katastrophe angeboten, heißt es in dem Bericht. Zudem habe eine Tochter-Gesellschaft von Atlantia bereits einen 500 Millionen Euro schweren Hilfsfonds eingerichtet.

Laut Bloomberg bildet das 1950 aus einem kleinen Textilgeschäft entstandene Modeunternehmen zwar nach wie vor einen Teil der Aktivitäten der Benettons. Deren Vermögen sei jedoch inzwischen auf weitere Firmen breit gestreut. So kontrolliere die Familie inklusive der Atlantia-Beteiligung Anteile an insgesamt rund einem Dutzend börsennotierten Unternehmen, darunter 3 Prozent des Versicherungskonzerns Generali sowie rund 30 Prozent an Spaniens Cellnex Telecom. Hinzu kommen weitere Investments etwa in Ländereien in Argentinien oder in ein Rugby-Team.

Nur eine Handvoll Familien in Italien seien reicher als die Benettons, so Bloomberg.

cr
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