Mittwoch, 19. Juni 2019

Finanzwissen An diesen drei simplen Geldfragen scheitert jeder zweite Deutsche

3. Teil: Zwei osteuropäische Länder offenbaren dramatische Unkenntnis

Die Erläuterung dazu liefern die Studienautoren selbst: Die Finanzmärkte weltweit stünden Privatanlegern offener denn je, schreiben sie in der Einleitung ihres 40seitigen Artikels im "JEL". Neue Produkte und Finanzdienstleistungen breiteten sich aus, zudem sei das Kredit- und Hypothekengeschäft mit Privatkunden, das bereits zur vergangenen Finanzkrise beigetragen habe, wieder auf dem Vormarsch.

Gleichzeitig steige die Verantwortung von Arbeitern und Senioren für deren Altersvorsorge. Die Leute müssten immer mehr selbst entscheiden, wie viel sie sparen, wo sie investieren, und in welchem Maße sie - vor allem im Ruhestand - ihre Ersparnisse aufbrauchen können, so Lusardi und Mitchell.

Die Folge von alldem: Eine immer größere Zahl von Menschen weltweit ist nur eine falsche Entscheidung vom persönlichen Ruin entfernt, so der "Atlantic". Und der Schlüssel um dieses Problem zu lösen liege in deren Ausbildung in finanziellen Dingen. Nach Ansicht der Wissenschaftler Lusardi und Mitchell ließe sich die wirtschaftliche Situation insbesondere von Leuten mit geringem Bildungsstand stark verbessern, wenn sie in Finanzfragen besser informiert wären.

Das Problem ist nur: Die Leute wollen das kaum. Der Großteil der Bevölkerung, und zwar vor allem in den USA, den Niederlanden und Deutschland, auch das ergab die Lusardi-Mitchell-Studie, glaubt vielmehr, zusätzliche Ausbildung nicht nötig zu haben, weil das erforderliche Wissen bereits vorhanden sei.

Im Klartext heißt das: Die Menschen überschätzen sich selbst dramatisch. Der Kampf gegen den finanziellen Analphabetismus weltweit ist daher nicht nur enorm wichtig. Er ist offenbar auch ziemlich schwer zu führen.

Besondere Anstrengungen dürften beispielsweise in Russland sowie in Rumänien erforderlich sein. Dort lag die Quote derer, die alle drei "Quizfragen" richtig beantworten konnten, bei jeweils lediglich knapp 4 Prozent. Auch die Tatsache, dass die Menschen beider Länder aufgrund der sozialistischen Vergangenheit gewissermaßen einen Startnachteil haben, bietet da wohl nur wenig Trost.

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