Montag, 18. November 2019

2.400 Euro auf die Hand von der EZB Helikopter-Geld von M. Draghi - was würden die Menschen damit machen?

200 Euro im Monat, ein Jahr lang ausgezahlt - aus den Händen von Mario Draghi, dem Präsidenten der EZB: Das ist das Szenario der Studie von ING Diba

Helikopter-Geld ist nicht nur eine abstrakte Frage, über die sich ernsthafte Volkswirte ernsthaft den Kopf zerbrechen. Jener Frage, wie sinnvoll es ist, den Menschen durch die Europäische Zentralbank (EZB) quasi Geld in die Hand zu geben, damit deren Konsum die Binnenwirtschaft anschiebt. Helikopter-Geld kann aber auch eine sehr konkrete Frage sein - so zumindest hat es die Direktbank ING Diba für ihre Studie"Ready for take-off" gemacht. Und über 10.000 Europäer befragt, was sie von einem Geldregen von Mario Draghis Gnaden hielten, was sie damit machen würden. 200 Euro pro Monat sollten es sein, über ein Jahr gezahlt, so die Vorgabe der Bank - 2.400 Euro also.

Erkenntnis 1: Die Deutschen sind skeptisch - aber nicht so skeptisch. Denn immerhin 48 Prozent der Deutschen halten Helikopter-Geld für eine gute Idee. Europaweit sind es sogar 55 Prozent.

Im Süden wäre die Freude übrigens am größten. ING Diba nennt Italien und Spanien - in beiden Ländern hält man die Idee des Helikopter-Gelds für "gut" oder "sehr gut". In der Summe sind das in beiden Ländern über 60 Prozent der Bevölkerung, Italien liegt knapp vor Spanien.

Überraschend? Eigentlich nicht. Denn Geld ist Geld, egal wo es herkommt. Oder anders gefasst: Dem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul. Punktsieg für Draghi?

Nein, lautet Erkenntnis 2. Denn die meisten Europäer würden das Geld eher auf der hohen Kante liegen lassen denn es zu verjubeln. Und gerade auf letzteres käme es Draghi an - um die Binnennachfrage anzuschieben.

In Deutschland würden nur 26 Prozent der Befragten das Geld ausgeben, europaweit läge der Schnitt bei 28 Prozent. Wasser auf die Mühlen der Befürworter des Helikoptergelds? Nein, bestenfalls ein dünnes Rinnsal der Bestätigung. Denn mehr als die Hälfte der Befragten (genauer, fast 2 Drittel) würden das Geld nur nutzen, um solche Ausgaben zu bestreiten, die ohnehin anfallen. Die Miete, die Lebensmittel oder die Versicherungsprämien.

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