Geld verdienen Sechs Tricks, die Sie produktiver machen

Jung, dynamisch, erfolgreich: Man kann viel für die eigene Karriere tun - auch wenn man nicht von Natur aus ein Kraftbolzen ist

Jung, dynamisch, erfolgreich: Man kann viel für die eigene Karriere tun - auch wenn man nicht von Natur aus ein Kraftbolzen ist

Foto: Corbis

Seine Zeit richtig einteilen, die Arbeitsabläufe gut organisieren, technische Hilfsmittel nutzen - es gibt viele Wege, die eigene Produktivität zu steigern. Das weiß auch Charles Duhigg, Reporter bei der "New York Times" und Gewinner des prestigeträchtigen Pulitzerpreises. Doch Duhigg weiß noch deutlich mehr über dieses wichtige Karrierethema.

In seinem neuen Buch "Smarter Faster Better" geht der Journalist den Geheimnissen wirklich produktiven Arbeitens auf den Grund. Anhand von Beispielen etwa über Flugzeugabstürze, Poker-Spiele oder Kinofilme bringt Duhigg seine Thesen darin dem Leser näher, wie die US-Zeitschrift "Fortune " schreibt.

Diese Thesen erläutert der Autor auch in einem Interview  mit der Zeitschrift. Hier seine wichtigsten Aussagen daraus:

Effizienz ist nicht gleich Produktivität

Laut Duhigg macht es einen entscheidenden Unterschied, ob jemand einfach nur sehr viel arbeitet, oder ob er wirklich produktiv ist. Das Problem ist nur: Der Mensch selbst erkennt diesen Unterschied häufig nicht.

Der Autor macht das am Beispiel der Email fest. Mit der Erfindung der Email wurde unsere Kommunikation ohne Zweifel grundlegend verändert. Sie ermöglicht es uns, binnen kurzer Zeit eine große Menge an Konversationen zu erledigen, wofür früher unzählige Telefonate nötig gewesen wären.

Das bedeutet aber nicht, dass wir dadurch produktiver sind, so Duhigg. Es erhöht lediglich die Gefahr, Produktivität mit Geschäftigkeit zu verwechseln.

Entscheidend ist laut Duhigg nicht, möglichst viele Dinge in möglichst kurzer Zeit zu erledigen (=Effizienz), sondern die richtigen Dinge gut und möglichst schnell zu schaffen (=Produktivität).

Es kommt auf den Fokus an

Entscheidend ist es also, sich auf die wirklich wichtigen Dinge zu konzentrieren und vieles drum herum auszublenden. Laut Duhigg erfordert das ein grundlegendes Umdenken in der Art, wie wir Entscheidungen treffen, wie wir uns konzentrieren, wie wir uns motivieren und auch, wie wir anderen diesen Weg, an Dinge heranzugehen, vermitteln.

Der richtige Umgang mit Zielen

Eine der häufigsten Phrasen aus dem Wörterbuch vieler Erfolgsgurus ist die Notwendigkeit, sich möglichst große Ziele zu setzen. Wer sich keine Ziele setzt, wird auch nicht wirklich vorankommen, so die gängige Behauptung.

Auch "New York Times"-Reporter Duhigg glaubt an die Bedeutung einer möglichst ambitionierten Zielsetzung. Er differenziert allerdings, indem er auch ein Rezept angibt, wie solche Ziele im Idealfall erreicht werden können.

Zu dem Zweck rät Duhigg zum Einsatz von "SMART"-Zielen, in die das große, übergeordnete Ziel aufgeteilt werden sollte. Dabei ist "SMART" ein Akronym aus folgenden Begriffen:

"Specific": Welches ist das spezifische Ziel für den nächsten Tag?

"Measure": Wie lässt sich messen, ob dieses Ziel erreicht wurde?

"Achievable": Ist es erreichbar?

"Realistic": Ist es realistisch?

"Timeline": Was muss ich in meinem Tagesablauf ändern, um das Ziel zu erreichen?

Die verborgene Bedeutung des Scheiterns

Nach der Beobachtung von Duhigg verfälschen die Wirtschaftsmedien die Wirklichkeit, weil sie beinahe ausschließlich auf Erfolge fokussiert sind: Die Milliarden-Start-Up-Übernahme, die neuesten In-Restaurants, die Listen von Superreichen und vieles mehr.

Ohne dass wir es merken, werden uns beinahe ausschließlich Erfolge präsentiert - und damit ein Großteil der Realität vorenthalten.

Um erfolgreich zu sein, sollte nach Ansicht Duhiggs jeder seinen Erfahrungshorizont erweitern, indem er sich gezielt auch über das Scheitern informiert. Möglich sei das beispielsweise durch persönliche Gespräche mit Menschen, die etwa mit einer Unternehmensgründung gescheitert sind und ihre Geschichte erzählen.

Die Beschreibung des Scheiterns könne ein "wirklich interessantes, sinnvolles Thema" sein, so der Autor.

Die Macht der Visualisierung

Erfolgreiche Athleten und "High-Performance Individuals" bedienen sich einer bestimmten mentalen Technik, um ihre Ziele besser zu erreichen, so Duhigg: Sie visualisieren sie. So haben sie ein bestimmtes Bild davon im Kopf, wie sich die Dinge entwickeln sollen und welchen Endzustand sie anstreben - und sie erkennen eher, wenn etwas anders läuft als geplant.

Die Visualisierung sei zwar kein Allheilmittel, das bei jedem gleichermaßen gut funktioniere, sagt Duhigg. Sie sei aber hilfreich in einer immer komplexer werdenden Welt, in der so viele Informationen und Reize auf uns einströmten.

Unterrichten Sie sich selbst

Eine gute Methode, um Informationen im Gehirn besser abzuspeichern, ist, sie zu wiederholen. Viele Leute, die von einer interessanten Idee gehört haben, gehen zunächst zu einem Freund oder Kollegen, um ihm davon zu erzählen, sagt Buchautor Duhigg.

Das tun sie aber nicht unbedingt, weil der jeweils andere unbedingt davon erfahren muss. Vielmehr erzählen die Leute von den Neuigkeiten, damit sie sie sich selbst besser merken können.

Den gleichen Zweck erfüllen auch Notizen, die im Idealfall handschriftlich gemacht werden, sagt der Fachmann. Er berichtet von einem CEO, der über jedes Buch, das er gelesen hatte, eine Zusammenfassung schrieb und an seine Mitarbeiter verschickte.

Als einer seiner Untergebenen einmal bemerkte, er habe gar nicht die Zeit, all die Memos zu lesen, antwortete der CEO: "Ich schreibe das nicht für Sie. Sie können es wegwerfen. Ich schreibe es für mich."

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