Montag, 24. Februar 2020

Boomende Aktienmärkte helfen Fondsbranche bilanziert Traumjahr

Gute Stimmung am Aktienmarkt: 2019 ging es mit den Aktienkursen meist aufwärts - ebenso wie mit dem Volumen hiesiger Investment- und Indexfonds.
Richard Drew/ DPA
Gute Stimmung am Aktienmarkt: 2019 ging es mit den Aktienkursen meist aufwärts - ebenso wie mit dem Volumen hiesiger Investment- und Indexfonds.

2019 war ein außergewöhnlich gutes Jahr an der Börse - das bekamen auch die Anbieter von Investment- und Indexfonds zu spüren. Nach Angaben des Fondsverbandes BVI hat die Branche in Summe das beste Jahr ihrer Geschichte absolviert.

So verwalteten die Fondsgesellschaften Ende 2019 den Rekordwert von fast 3,4 Billionen Euro. Das waren 15 Prozent mehr als ein Jahr zuvor (2,95 Billionen Euro), so der Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) am Dienstag in Frankfurt. Binnen zehn Jahren habe sich das Fondsvermögen fast verdoppelt, was zu einem Gutteil allerdings auch auf den anhaltenden Aufschwung an Aktien- und anderen Wertpapiermärkten zurückzuführen sein dürfte.

Die reinen Mittelzuflüsse jedenfalls fielen aus Sicht der Fondsanbieter zwar erfreulich - zuletzt aber doch bescheidener aus, als es der Anstieg des Fondsvolumens erwarten ließe. Laut BVI flossen unter dem Strich im vergangenen Jahr gut 120 Milliarden Euro frische Gelder in offene Investmentfonds und damit etwas mehr als ein Jahr zuvor (118 Milliarden Euro). Treiber im Neugeschäft waren erneut Spezialfonds, in die vor allem Versicherer und Pensionskassen investieren, mit 102,7 Milliarden Euro Zuflüssen.

Publikumsfonds, die sich an breitere Anlegerschichten richten, sammelten 17,5 Milliarden Euro frische Gelder ein - und damit weniger als ein Jahr zuvor (22,5 Milliarden Euro). Klima- und Umweltschutz spielen dabei für Anleger zunehmend eine Rolle: 40 Prozent der 17,5 Milliarden Euro wurden in sogenannte nachhaltige Fonds gesteckt.

In reine Aktienfonds flossen mit 4,4 Milliarden Euro deutlich mehr neue Gelder als 2018 (0,7 Milliarden Euro), so der BVI.

Die Nachfrage nach börsengehandelten Indexfonds (ETFs) allerdings scheint bei Privatanlegern nach wie vor überschaubar zu sein. Den Zahlen des BVI zufolge stieg das Volumen der von Publikums-ETFs verwalteten Gelder binnen eines Jahres zwar um rund 21 Prozent. Von diesem Zuwachs entfällt laut BVI jedoch der größte Teil auf die positive Marktentwicklung im vergangenen Jahr. Die reinen Mittelzuflüsse in Publikums-ETFs dagegen betrugen 2019 lediglich vergleichsweise überschaubare 0,7 Milliarden Euro, so der BVI auf Anfrage von manager magazin (Anm. d. Red.: diese Information erhielten wir erst nach der Veröffentlichung des Artikels, der Text wurde entsprechend angepasst).

Auch das Gesamtvolumen der Publikums-ETFs nimmt sich mit 152,1 Milliarden Euro im Vergleich zum insgesamt von den Fondsgesellschaften verwalteten Volumen in Billionenhöhe nach wie vor eher bescheiden aus.

Institutionelle Investoren scheinen bereits stärker auf Indexfonds zu setzen als Privatanleger. Wie das "Handelsblatt" am Dienstag berichtete, investierten Anleger europaweit im vergangenen Jahr 170 Milliarden Euro in diese Produkte - ein Rekordwert. 103 Milliarden Euro davon entfielen auf die börsennotierten ETFs, so die Zeitung mit Verweis auf Daten der Fonds-Ratingagentur Morningstar.

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Institutionelle Investoren wissen die Vorzüge des passiven Investierens offenbar mehr zu schätzen als private. Vor allem in etablierten Märkten, in denen Fondsmanager kaum einen renditebringenden Informationsvorsprung für sich reklamieren können, gelten Indexfonds als vorteilhaft. Bei marktbreiten Investments in Aktienmärkte in Deutschland oder den USA etwa gelingt es kaum einem Fondsmanager, den entsprechenden Index, mit dem er sich messen lassen muss, zu schlagen. Indexfonds dagegen, die beispielsweise den Dax Börsen-Chart zeigen oder den US-amerikanischen S&P 500 kopieren, garantieren dem Anleger zumindest, die Performance der Benchmark zu erreichen. Zudem sind sie deutlich kostengünstiger.

Mit Material von dpa

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