Montag, 27. Mai 2019

Zwei Flugzeugfonds unter Druck Air-Berlin-Pleite kostet 900 Commerzbank-Kunden viel Geld

Air-Berlin-Maschinen auf dem Flughafen in Düsseldorf: Auch Anleger von Flugzeugfonds sind von der Airline-Pleite betroffen

2. Teil: Das eigentliche Problem der Anleger sind die Steuern

Dabei ist der aus der Not geboren niedrigere Verkaufspreis womöglich nicht einmal das größte Problem, das die Investoren nun haben. 446 private Geldanleger hatten sich 2010 mit zusammen rund neun Millionen Euro an der Gesellschaft CFB 176 beteiligt. In den Fonds CFB 178 zahlten 428 Investoren die gleiche Summe ein.

Für viele von ihnen wiegt vermutlich die überraschend frühe Auflösung der Beteiligungsgesellschaften schwerer. Der Grund: Ursprünglich war die Laufzeit der Fonds bis 2024 veranschlagt. Wenn die Gesellschafter den Verkauf ihrer Flugzeuge jedoch bereits zum gegenwärtigen Zeitpunkt beschließen, findet die Transaktion innerhalb der sogenannten Spekulationsfrist von zehn Jahren statt. Der Verkaufserlös ist dann nicht, wie im Fondsprospekt geplant, steuerfrei, sondern muss vom Anleger voll versteuert werden.

Christoph Rottwilm auf Twitter

Das macht sich bei den Ergebnissen, die die Investoren mit ihren Beteiligungen erzielen, deutlich bemerkbar: Ursprünglich hatte Commerz Real für beide Flugzeugfonds Prognoserechnungen aufgestellt, aus denen sich eine Rendite von 6 bis 7 Prozent pro Jahr nach Steuern errechnen ließ, wie das Unternehmen auf Anfrage mitteilt. Nach dem jetzt geplanten Verkauf der Flugzeuge wird diese Rendite bei Anlegern mit Höchststeuersatz jedoch nur noch maximal etwa 1,4 Prozent betragen, wie aus den Unterlagen des Rundschreibens hervorgeht. Den Rest vereinnahmt zum Großteil das Finanzamt.

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